Jeder Reisende braucht einmal eine Auszeit. Ich habe meine auf Samoa über Weihnachten genossen! Ich weiß, es gibt furchtbarere Orte auf der Welt eine Auszeit vom Trubel zunehmen. Viele werden sich fragen, warum Samoa? Die Antwort darauf kann ich weiß Gott nicht geben. Ich hatte das Jahrelang in meinem wirren Kopf und nun war ich so nah, da wärs schön blöd nicht dort hin zu fliegen. Warum nicht Fiji? Mhmm…zu teuer! Zu viele Menschen! Man muss ja nicht überall hin wo schon so viele von uns Deutschen waren.
Angekommen in Apia (Samoas Hauptstadt) habe ich den 15.Dezember noch einmal feiern dürfen, nur mit Sonnenschein! Ich bin mit dem Taxi zu meinem Couchsurfer Duane gefahren was ne halbe Ewigkeit gedauert hat, da der Taxifahrer, dessen Daumennagel –ungelogen- einfach mal 4cm lang war, wie eine Schnecke gefahren ist, um Benzin zu sparen. Da kann man sich gleich mal an die Mentalität in dem Lang gewöhnen. Der Fingernagel ist deshalb so massiv, damit man damit Kokosnüsse aufmachen kann!
Abends sind wir zu „Freunden“ die ein Haus direkt am Meer haben und sind nachts mit nem Bierchen ins Wasser. Es war einfach unglaublich warm und der Sternenhimmel…unbeschreiblich, wie 1Milltionen kleine funkelnde Punkte.

Am nächsten Tag – nach einem kleinen Morgen Sport Programm – gings dann zu den
Sliding Rocks. Ich war zu dem Beginn der Regenzeit da, daher hat es 5-8mal am Tag wie aus Kübeln geregnet, aber man ist auch in 5Min wieder trocken, daher ist das eigentlich ganz angenehm. Jedenfalls war es unglaublich lustig auf diesen rutschigen Steinen mit dem Wasserfall zu rutschen. Obwohl es das erste Mal schon komisch war, da man überhaupt keine Balance hat und man runterhoppelt. Aber was solls! Als wir dort hin gelaufen sind, habe ich zum ersten Mal wirklich wahrgenommen wie arm die Menschen hier sind. Die „Häuser“ bestehen aus ein paar Pfosten und einem geflochtenem Dach, zerfetzte Planen hängen von den Seiten, um Regen von den verrotteten Matratzen zu schützen, Blechteile liegen überall herum, genauso wie Dreck, vergammelte Früchte, Schweine, Hühner und andere Tiere laufen dabei ums „Haus“ herum. In jedem „Village“ hat jede Familie 3 „Fales“ (quasi diese Hütten). Eine als „Wohnzimmer“, „Küche“ und „Schlafzimmer“, wobei die alle unter einem Dach schlafen. Euch fällt vielleicht auf, dass es kein Badezimmer gibt! Ja, die haben ganz einfache Toiletten, Duschen habe ich nicht gesehen. Wird es aber sicher geben –irgendwo. Ich habe in einem normalen Haus gewohnt, es war bei Weitem nicht das Beste, aber sauber und man braucht ja theoretisch auch nicht viel. Fließend warmes Wasser gab es nicht, aber das brauchte ich auch nicht, da mir wirklich nie nach einer warmen Dusche zu Mute war.
Abends sind wir spontan zu „Rock the boat“! Vergleichsweise wie das Deep Clubschiff nur ne Nummer kleiner und weniger pompös – schätze ich, war ja da nie :D Um 22Uhr gab es dann noch ein Feuerwerk. Alle waren total nervös, weil es in Samoa anscheinend wirklich selten vorkommt, daher war ich auch sehr gespannt, da ich dachte das es riesig sein wird. Ich behaupte einfach mal das viele an Silvester daheim in besseres Feuerwerk machen. Die Samoaner waren hellauf begeistert und haben gefeiert wie die verrückten. Anschließend sind wir noch in den einzigen Club in ganz Samoa (X Club) und haben bis Mitternacht gefeiert, da der Club dann für eine private Veranstaltung gemietet wurde und wir quasi rausgeschmissen wurden. Da wir alle n riesen Kohldampf hatten, sind wir zu einer kleinen Shop wo es super billiges Essen gab. Ich habe für umgerechnet 3€ ein halbes Hühnchen, zu viel Gemüse und einen riesen Batzen Reis gekriegt.
Die nächste Nacht habe ich mit Duane, seinen Geschwistern und Freunden in Tafatafa verbracht. Wir haben da von irgendjemanden den Geburtstag gefeiert – manchmal braucht man einen sinnlosen Grund, um im türkisenen Wasser mit dem Glas Jacky Cola zu stehen und sich es gut gehen zu lassen. Aufgewacht bin ich dann in meinem kleinen „Fale“ mit der Sonne im Gesicht und hab den Sonnenaufgang angeschaut, bevor ich mich wieder umgedreht hab, noch mal kurz die Augen geschlossen habe und dann ins Wasser bin um aufzuwachen.
Dann sind wir weiter um die Insel gefahren und haben an einem Ozeangraben halt gemacht in dem man schwimmen konnte. Dort gab es auch noch jede Menge „Blowholes“. Die Nacht habe ich dann in Lalomanu in einem Beach Resort verbracht. Da gabs einfach so viel gutes Essen, einfach unglaublich gut nach so einem langen anstrengendem Tag am Strand. Dort habe ich auch ein paar nette Amerikanerinnen mit ihrer Mum kennen gelernt und wir hatten einen feucht fröhlichen Abend.
Um nochmal auf die Transportgeschwindigkeit zurück zu kommen. Ich wollte dann mit dem Bus zurück fahren, mir wurde dann irgendwann mitgeteilt, dass der Bus wohl heute nicht kommt, weil in irgendeinem „Village“ eine Beerdigung ist. Letztendlich habe ich eine „Mitfahrgelegenheit“ bei einer Familie mit 7Kindern gekriegt. War ganz schön kuschelig im Auto bei dieser Bullenhitze!
Am nächsten Morgen ging es mit der Fähre nach Savaii. Die Fähre ist wohl das ziemlich einzige in ganz Samoa was pünktlich ist! Auf der Fähre habe ich dann einen Samoaner kennen gelernt, der mich dann erst einmal mit zu seiner Familie mitgenommen hat. Dort musste ich dann erst frische Kokosnuss und Mango essen, danach sind wir auf den Markt und abschließend hat er mich noch nach Manase. Wie ich dort feststellen musste, war dort eine riesige „Family Reunion“! Um Weihnachten rum kommen alle Samoaner, die Übersee leben, nach Hause um Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Ich war eine von 3 Weißen dort und aus

irgendeinem Grund meinten die Besitzen von den Resort, dass sie mich mit den anderen beiden Weißen (einem Ösi und einem Italiener) zusammen setzen müssen! Unverständlich! Ich habe mich vorher schon mit ein paar Leuten aus dieser riesigen Familie unterhalten und Ihnen zu Ehren gab es nach dem Essen dann auch eine Show mit traditionellen Tänzen und Liedern. Auch wenn man nichts verstanden hat, muss ich sagen, dass man spüren konnte wie viel Spaß die Menschen dabei hatten und was sie vermitteln möchten.
Am nächsten Morgen hat mich dann ein Teil der Familie eingeladen mit Ihnen um die Insel zu fahren und in einen Frischwasserpool zu gehen und ein paar Sachen anzugucken, da Sie auch schon länger nicht mehr zu Besuch waren. Ich saß mit 4 Leuten auf der Ladefläche vom Truck und glücklicherweise hat’s nur einmal an dem Tag geregnet =) Der Frischwasserpool war einfach gigantisch, dummerweise hatte ich meine Kamera nicht mit =( Dort haben wir Australier getroffen die dort wo schon öfter waren und die haben uns gezeigt von welchen Felsen man runterspringen kann. Als ich da oben stand, hab ich schon mit mir gerungen. Man musste ich hinter dem Rücken an Wurzeln festhalten, da man sonst einfach runtergefallen wäre. Man musste aber schon abspringen, da man ansonsten direkt auf die Steine gesprungen wäre. Wie ihr merkt, habe ich es überlebt. Beim ersten Sprung musste ich aber auch gut schreien und es war auch leicht schmerzhaft als ich mit meinem Armen wie ein Vogel aufs Wasser geklatscht bin! :D Danach sind wir weiter um die Insel gefahren und haben noch einen anderen Teil der Familie besucht die nicht zum Fest letzte Nacht gekommen sind. Dort konnte man auch die Zerstörung der Dörfer durch die Zyklone vor 20Jahren sehen. Die machen sich nicht wirklich Mühe irgendwelche kaputten Häuser wieder aufzubauen oder wegzuräumen. Wir sind dann noch auf einen Canapy-Walk gegangen. Ich wusste nicht was das sein sollte, es wurde mir aber von ein paar Leuten empfohlen. Also ganz ehrlich, das ist eine kleine Hängebrücke in 20m Höhe die auf einen 600Jahre alten Baum führt. Ursprünglich zahlt man dafür 20Tala was Wucher ist! Nach kurzer Diskussion mit dem alten Mann der davor halb gepennt hat, haben wir einen Gruppen-Samoa-Rabatt bekommen und ein Ticket um den „Giant Footprint“ anzugucken. Die Legende sagt, dass ein Riese über die Inseln gelaufen ist und einen Fußabdruck auf Samoa und einen auf Fiji gelassen hat. Als wir auf das Grundstück gekommen sind und unser Ticket gezeigt haben, wollte die Frau uns 20Tala fürs Parken abknöpfen! Nach ewiger Diskussion hat sie uns dann den Fußabdruck gezeigt. Spätestens ab dem Moment hat man gesehen wie verzweifelt die Menschen manchmal sind, nur um ein bisschen Geld zu bekommen. Auf einer Seite will man helfen, aber zu weichen Preis? Der Frußabdruck was quasi ein ausgebuddeltes Loch, dass mehr aussah wie ne Muschel mit vielen Muscheln zur Dekoration darum. Wir haben uns nur alle gegenseitig angeguckt und das Gleiche gedacht bis die kleine Tochter meinte: „Mummy this doesn’t look like a giant footpring at all!“ :D
Während der ganzen Fahrt haben mir die Kinder auf der Straße immer irgendetwas zugerufen. Ich wurde dann auch von der Familie aufgeklärt. Und zwar werden weiße Menschen als „Palangi“ bezeichnet! Da die das nicht so oft zu Gesicht bekommen, ist man da quasi ziemlich „Willkommen“.

Am nächsten Tag hab ich mir ein Auto gemietet und bin noch zu ein paar anderen Stränden und „Sehenswürdigkeiten“ auf der Insel gefahren die ich Vortag nicht gesehen hatte. Viel Sehenswertes gab es allerdings nicht. Ich bin dann an einem Surfer Strand hängen geblieben an dem ein ganzen Handtuch lag und ich aber anfangs niemanden gesehen habe. Bis sich dann Joel aus Sydney zu erkennen gegeben hat. Er meinte ich bin die erste Person die er hier seit 2 Tagen sieht, abgesehen von den Besitzern. Genau der Ort den ich gesucht habe. Ich habe gleich eingecheckt! Nachts lagen wir am Strand und jeder noch so kleine Stern hat geleuchtet und wir haben sogar eine Sternschnuppe gesehen. So was hat man doch im Sinn, wenn man an Samoa oder Inseln im Pazifik denkt =) Die Rückgabe für das Auto am nächsten Tag hat fast 5 gedauert. Ich will gar nicht mehr denken, was das für ne Weltreise auf der Insel war! Einfach unglaublich wie langsam alles ist, wenn das einzige was man will, ist am Strand zu liegen! Zurück an meinem einsamen wundervollem Strand waren auf einmal 15 Leute da! AH! So ein scheiß, dachte ich zuerst, bis ich die ganzen Surfer registriert hatte =) Zwei davon sind über Nacht geblieben und dann noch 2 Päarchen. Wir haben dann alle zusammen gegessen und damit war der 23.12. auch vorbei und Weihnachten stand vor der Türe.

Weihnachten war schön, es hat sich nämlich überhaupt nicht nach Weihnachten angefühlt! Wir – Joel, Tom, Nacho und ich – haben morgens gechillt und auf Grund der Gelassenheit der Taxifahrer habe ich meine Fähre zurück auf Upolu verpasst. Daher bin ich mit den Jungs noch auf den Markt und wir haben uns Schweinebällchen reingezogen und dabei wir schneller geschwitzt als wir Wasser zu uns nehmen konnten. Nach ein kurzen Rundgang auf dem Markt habe ich mich dann verabschiedet und bin mit der Fähre übergesetzt, um Abends mit Suky und ein paar anderen Amerikanern Weihnachten zu feiern. Da ich vorher die Fähre verpasst hatte, habe ich somit auch den letzten Bus verpasst. Ich habe dann ein Familie gefragt, ob sie mich in die Stadt mitnehmen können. Das war dann das letzte Mal das ich auf der Ladefläche von nem Truck saß. Irgendwie ziemlich chillig auch wenn einem irgendwann der Hintern weh tut von den ganzen „Bumps“. Das Essen abends war unglaublich lecker und durch die Dekoration ist ein letzten Endes ein wenig Weihnachtsstimmung aufgekommen.
Damit war meine Zeit in Samoa leider (viel zu schnell) zu Ende! =(
Auf zu meinem vorletzten Stopp Australien! So langsam geht es dem Ende entgegen. Ich habe mir vorgenommen Arbeit zu finden, da ich doch so langsam ziemlich pleite bin. Wer hätte das gedacht!