Montag, 6. Juni 2011

……….THE CANADIAN …………

Am Morgen habe ich noch einen kleinen Großeinkauf für meine 3 ½ Zugfahrt gemacht, da das Essen im Zug doch etwas zu teuer wird.
Abends bin ich zu Fuß mit meinem ganzen Gepäck zur „Union Station“ und da steht ein abnormal langer Alu-Zug. Schon krass das zwischen Sleeper-Wagon und Economy-Class während der Fahrt eigentlich keine Verbindung besteht. Jede Klasse hat einen Teil des Zuges für sich… aber selbst die Angestellten beschäftigen sich lieber mit der Economy Class, da sich in der anderen doch eher die älteren Leute aufhalten und die nicht so fantastisch sind wie die Hardcore-Traveller! ;-)
Da wir erst Abends aus Toronto los gefahren sind, gibt’s dazu nicht viel zu sagen. Habe mich etwas im Zug umgeschaut und mir überlegt wo ich schlafe, da ich nicht auf diesen Sitzen schlafen kann und will. Ihr müsst wissen – für die die nicht auf der Homepage von viarail.com waren, dass es Wagons gibt die oben verglast sind und wo man sich tagsüber schön hinchillen kann. Nachdem ich mir dort Toronto bei Nacht angeschaut habe, habe ich beschlossen mich dort mit meinem Schlafsack auf den Boden zu legen und dort zu pennen. Habe relativ gut geschlafen – so wie man eben auf dem Boden eben schläft – bis dann um 5Uhr morgens Menonnites kamen und gebetet haben… ihr könnt euch vorstellen wie begeistert ich war. Aber da ich ja schon mal wach war, habe ich mir den Sonnenaufgang angeschaut. Gott sei Dank habe ich das gemacht, denn die anderen beiden Sonnenaufgänge waren nicht sichtbar, dank der Wolkendecken die uns ab dann begleitet haben.




Das schöne ist, dass man wirklich schnell Kontakte findet im Zug, man wird ja quasi dazu gezwungen. Ich habe eine nette Französin (mein Französisch ist schon viel besser jetzt) und einen Schweizer kennen gelernt. Das hat die ganze Fahrt doch im einiges angenehmer gemacht!
Den ersten Tag sind wir durch die Provinz Ontario gefahren. Um es kurz zu beschreiben. Wir haben an diesem Tag wirklich nur Baumreihen am Rand der Gleise gesehen, Seen haben diese unterbrochen. Die Seen stehen still und spiegeln wirklich jedes Detail wieder, aber nach Stunden wird es dann doch etwas langweilig.

Am Anfang hat man auch noch ein paar Strommasten am Rand gesehen, die dann aber auch abrupt im nirgendwo verschwunden sind und somit auch der Mobilfunkkontakt. Ich glaube das wir ungefähr nach 2h mal wieder ein paar verlassen Häuser an ein paar größeren Seen gesehen haben. Ab und zu haben wir auch mal mittendrin angehalten und ein paar Jäger und Fischer eingesammelt oder raus gelassen. Was zum Teufel treiben die Menschen hier den ganzen Tag?
Der zweite Tag ging, um ehrlich zu sein, “eigentlich“ ziemlich schnell rum. Wir haben morgens in Winnipeg (Provinz Manitoba) gehalten. 4h Aufenthalt waren wirklich viel zu viel. In dieser Stadt leben 750.000 Menschen, ich glaube davon haben wir vielleicht 100 gesehen. Ja gut, es lag vielleicht daran, dass wir früh morgens dort Halt gemacht haben, aber es war wirklich NICHTS! los, weder in der Mall noch auf den Straßen. Wir haben dann mal was Warmes gegessen, was so gut tat, dass könnt ihr euch kaum vorstellen. An dem Tag war ich etwas „ride-sick“, hatte das Gefühl ich fahre immer noch, obwohl ich über 1h auf einem Stuhl am Bahnhof saß. Schon ziemlich seltsames Gefühl. Ab diesem Zeitpunkt beschäftigt man sich dann nicht mehr mit wirklich sinnvollen Dingen. Das Reden wird man auch leid und da wir an diesem Tag auch noch zwei Zeitzonen durchquert haben (Manitoba – Saskatchewan – Alberta) war der Tag auch noch 26h lang. Spaß ist was anderes!

Die letzte Nacht auf den Fußboden war ok, unglaublich an was man sich so gewöhnt. Ich bin aufgewacht, weil ich was rascheln gehört habe und ein Mitarbeiter stand breitbeinig über meinen Kopfstand und den Beutel hinter mir im Mülleimer gewechselt hat. Da war ich dann wirklich wach! :D




Dann saßen wir den restlichen Weg im Steel Wagon und haben uns mit den allen Leuten unterhalten in freudiger Erwartung auf die Rocky Mountains. Es war einfach wirklich unglaublich schön. Ich glaube nicht, dass es in den Bildern auch nur halb so überragend wirkt, aber trotzdem J Die 3 Tage im Zug haben sich wirklich gelohnt für diesen wunderbaren Augenblick.

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