Freitag, 17. Juni 2011

Kajak Trip


Für einen 4 Tage, 3 Nächte Kajak Trip braucht man einiges an Essen (vorallem, wenn man mich dabei hat ;-) ) und natürlich auch gutes Equipment, dass ich natürlich nicht habe! Daher war es mal wieder von Vorteil, dass Greg dabei war und auch seine Freundin Lisa. Beide haben schon öfter eine oder auch zwei Nächte außerhalb bei Wanderungen verbracht. Lisas Freunde haben den Trip den wir machen wollten schon gemacht und daher sind wir mit unserem Plan zu dem Kajakverleih geschlappt. Leider hat sich der Trip als nicht so einfach umsetzbar erwiesen wie wir dachten. Eigentlich war der Plan wir schlappen da am Freitag rein und können am Samstag gleich los starten. Tja, falsch gedacht. Irgendwie hatte in dem Laden kein Mensch n Plan und jeder Mitarbeiter (circa 18) hat uns was anderes erzählt was besser ist usw…. Nachdem wir das Ganze dann mal durchgerechnet haben, sind wir fast in Ohnmacht gefallen. Das Wassertaxi ist einfach mal brutal teuer (300$ pro Person). Wir  haben dann etwas Glück gehabt – wie so oft – und haben uns das Wassertaxi mit einer anderen Gruppe geteilt, haben einen Tag umsonst die Kajaks bekommen und die haben vergessen uns unseren “Splash-Water“-Kurs zu berechnen.
Der “Splash-Water“-Kurs war ein riesen Spaß!!! Wir sind noch abends um 8 aufs Wasser und haben „self-rescue“ im Kajak aufm offenem Meer geübt! Ein riesen Spaß kann ich euch sagen, müsst ihr auf jeden Fall mal machen! Ist ARSCHKALT aber eigentlich ganz witzig, wenn mans wieder ins Boot geschafft hat. Das Wasser war ungefähr 8°C “warm“. Aber man will ja sicheres Gefühl haben, bevor man 4 Tage auf sich allein gestellt ist!
Am nächsten Tag haben wir dann alles klar gemacht, unsere Sachen zusammen gepackt was wirklich nicht viel war. Schließlich  muss man ja alles ins Kajak stopfen und die ganze Zeit damit rumpaddeln. Dann sind wir noch ein bisschen wandern gegangen - Tonsina Point. Dann früh ins Bett, da unser Wassertaxi um 6:00 den Hafen verlassen hat und wir um 5:30 dort sein sollten – warum auch immer! :-/
Nachdem ich zur Vorsorge 2 “Anti-Übelkeitspillen“  für die Bootsfahrt genommen hatte, ging die Bootsfahrt auch ganz gut. Haben schon vom Boot aus Delfine, Seelöwen, Robben und einen Buckelwal gesehen. Aber ich hatte den Horizont immer im Blick, nur zur Sicherheit ;-) Dann wurden wir an unserem Drop-off-Point (Tooth Cove) rausgeschmissen. Nachdem wir die Kajaks gepackt hatten, sind wir dann auch los gepaddelt. In der ersten Bucht ist neben uns ein Buckelwal aufgetaucht und hat etwas gechillt! Das war schon ziemlich verrückt. Um uns nur Berge und überall Wasserfälle. Man hört nur plätschern und ein paar Vögel zwitschern und auf einmal machts „pff“ und eine Fontäne schießt hoch! Schon krass! Wir wurden dann von Robben beäugt und begleitet. Sau neugierig die Viecher. Kommen relativ nah ans Boot und gucken was man da so treibt. Ultra süß! Sind dann weiter in unsere Bucht gepaddelt (Abra Cove) wo wir unsere erst Nacht verbracht haben. Wir haben die Zelte natürlich so ausgerichtet, dass wir beim rauskommen den Gletscher (Aialik Gletscher) sehen konnten. Für mich hatte bzw. hat es immer noch einen total surrealen Eindruck gemacht, aber wunderschön! Man konnte schon von dort hören wie sich der Gletscher bewegt. Klingt wie Donnern oder der Start vom Flugzeug. Ist irgendwie etwas unheimlich, wenn man das über Kilometer hinweg hören kann.
Am nächsten Tag sind wir dann bis zum Gletscher gepaddelt. Der Weg hat sich als etwas schwieriger erwiesen, als am ersten Tag. Anscheinend war es die Nacht zuvor so warm das ein Haufen Eis abgebrochen und dann in der Bucht rumgeschwommen ist. Mal größere, mal kleinere Eisbrocken. Haben uns aber tapfer durchgekämpft und mit dem Kajak das Eis durchstoßen.
Dort angekommen, haben wir unser Lunch vor dem Gletscher genossen. Echt unbeschreiblich wie riesig der Gletscher ist und wie krass da Eisbrocken abbrechen und ins Wasser fallen. Da können schon mal riesige Wellen auf einen zukommen, aber wir waren ja Gott sei Dank weit genug weg.
UND DAAAANN auf dem Weg zu unserem nächsten Camping Platz (Pederson’s Point) ist auf einmal ein Orca vor uns aus dem Wasser gesprungen!!! Mir ist erstmal die Kinnlade runtergefallen. Wir haben dann gestoppt und geguckt was passiert, ob wir ihn noch einmal sehen. Und ein paar Minuten später springt er einfach nochmal vor uns hoch! Natürlich hatte keiner von uns damit gerechnet, dass er nochmal springt und daher gibt’s weder n Beweisfoto noch ein –video! Aber ihr dürfts mir ruhig glauben. Sowas gibt’s nicht nur im Film! Wir waren dann alle ganz heiß drauf und haben gehofft, dass wir an dem Tag auch noch ein paar Bären sehen (oder ähnlich überragendes), da wir in einer sehr aktiven Bärgegend gecampt haben. Aber „leider“ haben wir nichts gesehen außer Bär-Kacke :D
Am letzten vollen Tag sind wir in eine Lagune gepaddelt zum zweiten Gletscher (Pederson Gletscher). Man kann nur bei Flut zu dem Gletscher vordringen und muss vor Beginn der Ebbe wieder raus – das war für uns erfahrene Kajaker natürlich ein Kinderspiel ;-) Im Vergleich zum ersten Gletscher ganz anders. 
Da sind einfach mal autogroße Eisberge rumgeschwommen. Wir sind soweit es möglich war mit den Kajaks dazwischen rumgepaddelt. Das Ganze war schon ne Spur gefährlich, da sich die Eisberge ziemlich bewegen uns sich auch mal umdrehen können, aber uns ist nichts passiert ;-) Haben auch hier wieder Mittag gemacht und gechillt. Raus aus der Lagune sind wir dann eeeeeewig entlang der Küste gepaddelt, was ziemlich ermüdend und langweilig war, weil da wirklich nichts war – außer Berge, Bäume und Schnee - und auf Dauer verliert auch das seinen Reiz, wenn es nicht aufhört zu regnen. Zudem hatten wir kaum noch Wasser, da keine Frischwasserquelle an unserem Campingplatz war und wir deshalb fast verdurstet sind. Deswegen haben wir einen kleinen Zwischenstopp gemacht und unsere Flaschen aufgefüllt. Wir waren alle sehr erleichtert als wir endlich am letzten Campingplatz angekommen waren, da uns das ganz Paddeln der letzten Tage dann doch etwas in den Knochen gesteckt hat. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut hatten, haben wir dann auch mal die Sonne zu Gesicht bekommen und den letzten Abend mit dem wundervollen Ausblick auf den Gletscher genossen. 
Am Abend haben wir dann noch Bohnanza gespielt. Super lustig, wenn ein Kanadier und eine Australierin versuchen Brechbohne auszusprechen! :D
Am letzten Tag sind wir dann 6km quer durch die ganze Bucht zu zwei Gletscher gepaddelt. Da das ein sehr beliebter Gletscher für Touri-Boote ist und alle Menschen auf dem Boot von uns verrückten Kajakern begeistert waren, sind wir nun auf 1000 Bildern :D Irgendwie waren die Gletscher für mich immer noch total surreal! Da sind riesige Eisbrocken abgefallen – unglaublich wie die Wellen dann kommen und was das für ein Lärm ist! Völlig ausgelaugt nach weiteren 6km sind wir dann wieder an Land gekommen, haben unsere Sachen gepackt und auf unser Wassertaxi gewartet. Nach 6 Nächten hintereinander campen, haben wir uns dann mal ein Hostel gegönnt – wie schööön sowas doch sein kann ;-)

Alles in allem war es das Geld echt wert, ich denke sowas macht man doch wohl nur einmal und ich hatte verdammt viel Glück, dass ich Lisa und Greg dabei hatte und so viel in dieser Zeit von Ihnen gelernt und mitgenommen habe! Wer weiß wie lange es noch solche Orte gibt und wir haben wirklich die ganze Zeit kaum jemanden gesehen, man ist da so abgeschieden, dass man wirklich Nachts nicht aufstehen will, um aufs Örtchen zu gehen, weil man Angst hat, dass man einen Bären trifft, der grad auf Futtersuche ist.

Für mehr und größere Bilder einfach hier Kajak Trip 
klicken ;-) so langsam check ich das mit dem bloggen immer besser :D

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