Donnerstag, 9. Juni 2011

"Roller Coaster" Alaska Highway


Angekommen in Jasper, völlig fertig, hippelig und voller Vorfreude auf die nächsten Tage im Auto sind Greg und ich am Sonntag nach Dawson Creek gefahren. Kurze Beschreibung zu Greg, damit ihr wisst mit wem ich die nächste Zeit Alaska durchqueren werde und ihr euch nicht wundert wer da ständig mit aufm Bild ist oder wer die Bilder gemacht hat. Greg ist geborener Kanadier, hat die letzten 12 Jahre in den USA gelebt und reist für die nächste 2 Jahre um die Welt um heraus zu finden wo er leben will. Da wir die nächste Zeit quasi „twenty-four-seven“ aufeinander hängen ist es von Vorteil, wenn man sich nicht kennt, da hat man sich mehr zu erzählen und da wir jeden Tag unglaublich viele verrückte Menschen kennen lernen und die noch durchgeknalltere Leute getroffen haben, haben wir ne Menge Spaß.
Den ersten Tag sind wir nach Dawson Creek gefahren und haben fort bei einem Pärchen (Couchsurfing) geschlafen. Unglaublich die Landschaft und den Weg den wir durch die Rockys zurückgelegt haben! Es kann auch schon mal passieren, dass da plötzlich n Reh auf der Straße steht oder n Elch aus dem Wald gerannt kommt – ziemlich abgefahren, vor allem wenn jeder anhält und Bilder macht.

Ich habe dann erstmal eine warme lange Dusche genossen und währenddessen hat unser Host-Pärchen für uns gekocht. Der krönende Abschluss des Tages war, dass ich in einem „richtig“ gemütlichen Bett schlafen durfte – Greg wurde auf die Couch verbannt! :D Unglaublich wie einfach man mich - nach 3 Tagen Zugfahrt mit keiner Dusche, keiner warmen Mahlzeit und dem Schlafsack aufm Boden – glücklich machen kann! Das krasse war, dass dort die Sonne um 00:00 immer noch nicht untergegangen ist und mein Körper völlig verwirrt war und bei Sonnenaufgang um 04:00 dann leider auch schon wieder wach war. Habe trotzdem wunderbar geschlafen und wäre am liebsten noch den halben Tag im Bett liegen geblieben, weils einfach zu schön war :-)
Wir sind dann am nächsten Tag 765km bis nach Liard Hotsprings Lodge gefahren. Den zweiten Teil der Strecke bin ich gefahren, natürlich hats dann geregnet, es war meist nur up- & downhill, Küstenstrecke (ich konnte die Aussicht nicht genießen) und kurvenreich sowieso, aber wir sind sicher angekommen. Diesmal haben wie Bisons, wilde Pferde, wieder ein Elch mit Kind gesehen. Angekommen an den Hotsprings haben wir unser Zelt aufgeschlagen, gegessen und uns 2 Bierchen genehmigt und sind dann zu den Hotsprings gelaufen (ca. 45°C). Das war mein erstes Mal in den Hotsprings und ich fands einfach unglaublich schön!

Leute, wenn ihr da noch nicht wart – ich kanns euch nur wärmstens empfehlen! Was definitiv dazu beigetragen hat, dass es um 23:00 langsam angefangen hat zu dämmern und der Himmel einfach unbeschreiblich schön war und man wirklich nichts gehört hat außer das Wasser das aus der Quelle kommt, Vögel und am Ende hässlich fette Kanadierinnen die völlig betrunken dort umher getaumelt sind. Leider stinkt es ein bisschen, da das Wasser schwefelhaltig ist, aber meine Haut fühlt sich nun besser an als ein Babypopo! Ich befürchte, dass ich wohl in nächster Zeit häufiger nach Hotsprings Ausschau halten werde! Ein kleiner Nachteil an der Sache ist, dass die Moskitos, wenn man nass ist total auf einen abfahren. Leider stehen die Viecher sowieso schon total auf meinen Geruch und daher hat Greg wirklich ganz viel Glück mit mir, da ihn alle Moskitos meiden und lieber mich beißen wollen!
Am nächsten Morgen haben wir uns auf den Weg nach Whitehorse gemacht. Das wohl verrückteste auf dem Weg war der „Signpost Forest“ in Watson Lake. Armeesoldaten haben hier 1942 damit begonnen Ortsschilder von ihrem Wohnort aufzustellen. Besucher werden regelrecht dazu aufgefordert den „Forest“ zu erweitern. Mittlerweile sind es über 61.000 Ortsschilder…ihr könnt euch im Leben nicht vorstellen wie krass es da aussieht, also hier mal ein paar Impressionen. 

Habe leider Heidelberg nicht gefunden, aber dafür ein paar andere! Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich eins mitgebracht! Also denkt dran, wenn ihr mal mit dem Auto nach Alaska fahrt. Die Landschaft ist schön zum fahren und man freut sich schon, wenn man mal wieder ein kleines Örtchen nach stundenlanger Fahrt hat, indem man eventuell mal kurz E-Mails checken kann. 

Wir haben einen kurzen Stopp in Teslin gemacht bevor wir die letzten 2h bis zu unserem Campingplatz in Whitehorse gefahren sind. Dort haben wir dann gegrillt und Greg hat mir gezeigt wie man „Smores“ macht. Normalerweise macht man nur die Hälfte von dem was ich gegessen habe – laut Greg – da die so sättigend sind. Ich hätte 3 von den Dingern essen können! :D


Von Whitehorse bis zur Grenze in die USA waren es dann noch etwa 600km und ich war dann schon etwas aufgeregt, ob die Amis mich reinlassen. :-P Der Alaska Highway ist auf dem ersten Teil der Strecke einfach umwerfend! Man fährt direkt durch die Berge und umfährt riesige Seen! An einem haben wir Rast gemacht und Mittag gegessen.
Danach bin ich mal wieder gefahren und wie sollte es auch anders sein, die Straße war wie ein Rollercoaster. So viele Wellen, dass einem davon schlecht werden kann! 100te von Baustellen mit Geröll und natürlich wieder alles uneben und Schlaglöcher bis zum umfallen! Hat wirklich unglaublich viel Spaß gemacht 2,5h die Strecke bis kurz vor die Strecke zurück zu legen!!!
Wir haben uns dann spontan dazu entschieden noch für 2h weiter zufahren und die Grenze zu passieren, da das Kaff davor einfach langweilig war. Wir mussten dann an der Grenze aussteigen und erklären warum ein Kanadier und eine Deutsche zusammen nach Alaska reisen und warum! :D Natürlich haben wir uns vorher eine nette realistische Geschichte ausgedacht. Musste dann noch ein paar Unterlagen ausfüllen und habe dann endlich einen Stempel bekommen J
Um ehrlich zu sein, man könnte ja davon ausgehen, wenn man in den USA ist, wird alles ein wenig billiger – z.B. Motels. Daher dachten wir, wir gönnen uns mal ein Zimmer, da wir (wahrscheinlich mehr ich) nicht schon wieder campen wollte, da die Wettervorhersage auch brutal schlecht war. Nachdem wir 40min alle Motels und Cabins abgeklappert haben und das billigste 95$ war, sind wir doch wieder auf den Campingplatz! Campen macht so viel Spaß im Regen! Gaaaaaanz toll! Aber was solls – ich bin endlich in ALASKA! :-)
 

           

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