Was wirklich sehr auffällig in Victoria ist, dass es extrem viele Obdachlose gibt. Die Erklärung ist ziemlich einfach. Während der Olympischen Spiele wollte man natürlich keine Obdachlosen in Vancouver haben, daher wurden Tickets für die Fähre nach Victoria verteilt, aber natürlich keine Rückfahrt. Selbst wenn man sich ein Rückfahrtticket organisieren konnte, konnten sich die meisten Obdachlosen nicht ausweisen und man ließ sie nicht zurück nach Vancouver. Doch nicht ganz so nett die Kanadier ;)
Zurück in Vancouver bin ich bei sonnigem Wetter in den bekannten Stanley Park. Ich habe mir ein rosa Rad ausgeliehen und bin dann dort um den Stanley Park gefahren und habe die wunderschöne Aussicht auf die Stadt und das Meer genossen. Danach bin ich noch im Park umher geradelt. Die Bäume sind einfach riesig und richtig alt und der Geruch von so viel grün ist wunderbar beruhigend. Im Park gab es dann auch einen riesen See der von Seerosen einfach überflutet war! Die Blüten reichten von weiß über rot bis violett…ich bezweifle das es auf den Bildern auch nur halb so schön rüberkommt. 
Natürlich muss ich mich ja auch ein bisschen aktiv bewegen und das geht am Besten in Nord Vancouver. Ich habe dann planlos vor dem Café gesessen und wusste nicht so recht was ich tun sollte, nachdem mir Lisa kurzfirstig für wandern abgesagt hatte. Da bin ich mit Moji ins Gespräch
gekommen und wir sind dann zusammen auf den Grousse Mountain gestiegen. Eine Stunde ging es dermaßen steil den Berg hoch, dass meine Waden nach 20min so gebrannt haben, dass ich schon dachte ich muss wieder umkehren. Aber man will sich ja keine Blöße geben und daher hält man tapfer durch. Oben angekommen (1200m) –völlig fertig und durchgeschwitzt – kann man die wunderbare Aussicht auf ganz Vancouver genießen und kriegt einen sensationellen Überblick. Für den Rückweg muss man die Gondel nehmen – ganz schön witzig wie schnell man runterfährt, nachdem man sich 1h abgequält hat. Danach habe ich mich noch mit einer Laeticia getroffen die ich im Zug von Toronto nach Jasper kennengelernt habe. Wir haben uns die Art Gallery angeguckt . Das Gute in Vancouver bzw. Kanada ist, dass in den meisten
Museen einmal die Woche/Monat freier Eintritt gegen eine kleine Spende ist. Ich habe sensationelle $0.61 gezahlt! :D Im Nachhinein bin ich froh, dass ich nicht den vollen Eintritt ($13) gezahlt habe, weil mir Surrealismus nicht unbedingt so zusagt und mir weniger als die Hälfte von den verschiedenen Ausstellungen gefallen hat. Wir haben dann noch einen Kaffee auf dem Dach der Art Gallery getrunken und die traumhafte Atmosphäre dort genossen. Das ist wohl der bisher schönste Fleck den ich bisher in Vancouver gesehen habe. Man sitzt von Blumen und kleinen Dekobäumchen umgeben, die Live-Jazz-Band spielt nebenher Musik, man genießt die Sonne und kann sich wunderbar unterhalten und nebenher noch die Stadt sehen.
Da das Wetter mit der Zeit immer besser wurde, bin ich mit Lisa Abends an den Strand in Kitselano gefahren, um dort den Sonnenuntergang zugenießen. Wir haben dort noch ein paar Leute getroffen die ich am Vortag kennen gelernt habe. Wir haben gemütlich ein paar Flaschen Wein getrunken und sind dann als es kalt wurde noch in den Outdoor-Jacuzzi :) so lässt es sich leben!
Ich bin allerdings nicht zu lang dort geblieben, da ich mich nochmal mit Emel treffen wollte. Nach zwei furchtbaren „Long Island Ice Tea’s“ sind wir noch in einen Club („Joseph Richards“) auf Granville Street. Die Gegend ist abends nicht gerade einladend, tagsüber fantastisch zum shoppen. Die meisten Leute dort sind völlig zugedröhnt, die Mädchen haben definitiv viel zu wenig an und benehmen sich auch dementsprechend daneben. Es ist folglich keine gute Idee dort Nachts alleine rumzulaufen. Und da Emel und ich im gleichen Teil von Vancouver gewohnt haben, war es super, dass wir uns gemeinsam auf den Heimweg machen konnten. Der Nachteil ist, wenn man auf der anderen Seite der Stadt wohnt, dass man ewig braucht bis man ins Bett kommt :( und in der Fähre lässt es sich viel zu gut schlafen ;)
Ich habe längst nicht alles gesehen und muss/werde nochmal ein paar Tage dort verbringen, damit ich mein Visum für die Staaten verlängern kann. Es sind noch einige Dinge dort zu erledigen… und es ist immer wieder schön in eine Stadt zurück kommen und zu wissen was einen erwartet, man sich keine Sorgen um seinen Schlafplatz machen muss und man Freunde dort gefunden hat die einen willkommen heißen.
Das wohl nicht so prickelnde an der Stadt sind die vielen Drogenabhängigen, schlechte Verkehrsverbindungen und die Auskünfte – alles ist ziemlich unübersichtlich, umso schlimmer, wenn man deutsche Organisation gewöhnt ist ;) Aber man hat ja keinen Zeitdruck, wenn man unterwegs ist. Man sollte wirklich die Ecke Hastings/Main vermeiden, vor allem Mittwochs, wenn die „welfare checks“ ausgeteilt werden! Ansonsten ist die Stadt Radfahrerfreundlich und die Kanadier sind wie schon in Toronto einfach übermäßig freundlich und hilfsbereit. Einfach ein nettes Völkchen. Eigentlich dachte ich, dass in Vancouver mehr Asiaten sind, weil viele Leute gesagt haben, dass es richtig überflutet wurde von Asien, aber ich fands jetzt gar nicht so schlimm. Ich fand eher das Wetter unangenehm, dass an einem Tag vom Regen bis schwül und praller Sonnenschein schwankt und man muss sich sowohl mit Flipflops wie auch mit Regenschirm wappnen, wenn man das Haus früh morgens verlässt.
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