Freitag, 15. Juli 2011

Backcountry

Manchmal ist es besser keinen Plan zu haben und mit Oren war das so ziemlich immer der Fall. Um nach Denali in den National Park zu kommen sind wir getrampt. Wir haben uns an den Highway gestellt und haben gewartet, aber wir hatten Glück und haben nicht allzu lange gewartet. Das Highlight war wohl, dass uns das letzte Stück eine Frau mitgenommen hat die vom Klassentreffen kam und die ganzen Reste von der Party mit hatte und wir alles essen konnten! Außerdem hat Ihr Mann sie dazu genötigt ein Ipad zu kaufen und somit konnten wir auch noch unsere Mails checken. 

Angekommen in Denali haben wir wohl einen der lustigsten Filme zur Vorbereitung auf die Wildnis angeguckt. Dann mussten wir uns noch für einen Bereich entscheiden in welchen wir für die nächsten 4 Nächte ausgesetzt werden. Die einzige Bedingung die ich gestellt habe war, dass ich bitte nicht durch einen Knietiefen Fluss laufen will! (river crossing) Dabei haben wir zwei Amerikaner (Norman & Sandy) kennengelernt, die uns dann die ersten 2 Nächte begleitet haben. 
Nachdem wir mit dem Camper Bus in der Wildnis ausgesetzt wurden, sind wir auch fröhlich und munter mit unseren vollgepackten Rucksäcken losgestiefelt. Natürlich haben wir erwartet, dass diese Gegend nur so von Bären, Karibus und Elchen wimmelt, aber „leider“ war dem nicht so. Wir sind ewig weit gewandert bis wir schließlich nicht mehr weiter konnten. Wir hatten die Wahl zwischen river crossing, einen pervers steilen Berg hochklettern und auf der anderen Seite mit dem Geröll runter rutschen oder den Weg zurück gehen. Nachdem wir eine Nacht drüber geschlafen haben und wir n bisschen die Gegend rund um unser Camp erkundschaftet haben, haben wir am nächsten Morgen den Hügel erklommen.

Ich fands ziemlich witzig, die Jungs waren eher nicht so begeistert! Aber ich hatte einen riesen Spaß mit dem ganzen Geröll darunter zu rutschen! :D
Der Tag sollte noch mehr zu bieten haben. Nachdem wir einige steile Passagen gemeistert haben und ich wirklich froh war, dass ich öfter bouldern war, sind wir wieder an den Fluss gekommen der uns erneut den Weg versperrt. Eigentlich war das ziemlich cool, da der Fluss unter dem Gletscher hervorgekommen ist, was wir aber erst gemerkt haben, nachdem wir riesen Steine auf den Vorsprung geworfen haben! Daher sind wir dann auf den Gletscher gelaufen, um weiter ins Parkinnere zu gelangen. 
 
Auf der Spitze konnte man einen riesen Wasserfall sehen. Mir ist wirklich die Kinnlade runtergefallen als ich das gesehen hab. Mit so etwas rechnet man in diesem Monat wirklich nicht, wenn man den Geröllgletscher hochklettert. Dann bin ich ein bisschen weiter gelaufen und dann hat man die andere Seite des Gletschers gesehen in die der Fluss gemündet ist und den Gletscher ausgewaschen hat. Der Gletscher war schwarz-weiß gestreift und sah einfach nur brutal geil aus in dem Sonnenlicht. Wir saßen dann einfach nur dort und haben die kleinen Rinnsale beobachtet, die sich durch das Schmelzen gebildet haben. 



Nachdem wir den Weg zum Wasserfall erklommen hatten und ewig diskutiert wie wir weiter machen, sind wir letztendlich über die Gletscherzunge gelaufen und haben somit den Fluss trockenen Fußes überquert! Auf der anderen Seite haben wir kleine Gewässer gefunden die wunderbar blau schimmerten. Wir sind dann alle noch halb nackig darein gesprungen! Das war ein riesen Spaß! Arschkalt das Gletscherwasser aber eine weitere einmalige Erfahrung!


Nachdem wir ewig gelaufen sind, um uns wieder aufzuwärmen sind wir auf einen Bären gestoßen der sich im Gebüsch versteckt hat. War ziemlich aufregend da das der erste Bär war den wir gesehen haben. Für meinen Geschmack hätten wir ruhig noch etwas näher gehen können, aber die Männer hatten die Hosen voll! :D Eigentlich dachten wir – bevor wir den Grizzly gesehen haben – dass das ein ziemlich cooler Ort zum übernachten ist. Aber wir wollen ja auch Nummer sicher gehen und sind deshalb weiter gelaufen. Damit war dann auch das Unausweichliche vor uns - der Fluss! Da es wirklich die einzige Möglichkeit war, sind wir wie im Vorbereitungsfilm den Fluss auf und ab gelaufen um die beste Stelle zu finden, um den (scheiß) Fluss zu überqueren! Ich hab dann meine langen Hosen ausgezogen und bin mit Shorts dadurch. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie kalt und stark das Wasser war! War wirklich kein Spaziergang und schon gar nicht um 22:30 nach einem langen aufregendem Tag! Nachdem wir dann um Mitternacht zu Abend gegessen haben, sind wir tot ins Zelt gefallen.
Die letzten 3 Tage waren viel ruhiger! Gott sei Dank! Wir haben uns dann auf den Rückweg zu Station gemacht, um die anderen beiden wieder nach Hause zu schicken und wir haben den zweiten Teil unseres Essens geholt und sind damit dann weiter in den Park.
Wir haben die nächste Nacht am Wonder Lake verbracht. Der befindet sich am Ende der Straße die durch den Park führt. Von dort kann man – wenn man Glück hat – Mount McKinley sehen! Wir haben etwas Glück gehabt und einen Teil dieses monströsen Bergs gesehen! Unglaublich!

Ich hab noch nie so viele Moskitos gesehen wie dort! Da war ich mal richtig froh, dass ich nicht am Moskito Spray gespart habe! :-) Wir sind dort ganz gemütlich wandern gegangen! War richtig entspannend im Vergleich zu den Tagen davor. Am nächsten Tag sind wir dann nochmal in einen anderen Teil des Parks rein gelaufen und haben dort Unmengen an Tiere gesehen. 5 Bären, 9 Elche und Vögel usw. Wir haben uns dann gedacht: Da läuft man nur 3h irgendwo hin und sieht doppelt so viel wie wenn man 10 weit läuft!
 Tundra
 Elch - ganz nah vor uns auf dem Gebüsch gehüpf!

Am letzten Morgen sind wir relativ früh raus aus dem Park. Ich war wirklich ziemlich erschöpft und wollte nur noch ein gemütliches Bett, 4 Wände und ein Dach um mich rum, eine Dusche, warmes fließendes Wasser und bitte kein Regen, wenn ich aufwache! Der liebe Gott mochte mich wohl nicht besonders am nächsten Tag und ich habe durchnässt, kalt im Zelt geschlafen! :-(

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