Dienstag, 5. Juli 2011

THE LAST FRONTIER

Ich habe doch nun einige Zeit in Alaska verbracht und war viel unterwegs, hab viele Leute getroffen und natürlich auch viel erlebt. Deshalb gibt es diesmal „nur“ eine Auswahl meiner Eindrücke und was ich so alles gemacht habe.
Angekommen in Alaska hat die Sonne gescheint und wir sind erstmal in ein „fancy“ Lokal, in dem mein Personalausweis nicht angenommen wurde, weil er „fake“ aussieht! Daher kein Bier für Theresa! …no comment…
Wir haben wohl das seltsamste Hostel in ganz Anchorage abgekriegt, aber man ist ja Gott sei Dank nach gewisser Zeit nicht mehr besonders anspruchsvoll und da nimmt man schon mal ein Kellerzimmer mit Rohren an den Wänden und Decken in Kauf (durch die jede einzelne Toilettenspülung und sonstiges Wasser fließt). Das Nachtleben in Anchorage ist gewöhnungsbedürftig aber mit viel viel Spaß, Country Musik und dementsprechendem Tanzen verbunden. Wir waren in „Chilkoot Charlie’s“ einem – ich bezeichne es mal als – Club mit 7 Floors und 9 Bars. Nicht einmal ein Floor war halbwegs gefüllt, ein Teil unsere Gruppe dafür aber umso mehr! Ich wurde von 2 Mädchen auf der Toilette angesprochen und dann auch benutzt, um ihre Verehrer eifersüchtig zu machen. So ganz hab den Sinn nicht verstanden warum die beiden sich so nach mir verzehrt haben auf der Tanzfläche, aber gut… der krönende Abschluss war das sie mir ihre Nummer gegeben haben und mir ständig „i love you“ nachgerufen haben, als wir um 2Uhr alle rausgeworfen wurden. Dann gibt es wie gesagt auch viele Lifebands jeden Abend im „Taproot“ zu der heftig abgespastet wird – wir waren alle nicht vertraut mit dem Country-Stile-Dance und haben daher wild rumgestampft und sind umhergesprungen. Daher waren wir nie länger als 10min auf der Tanzfläche, da es einfach zu anstrengend ist. Man kann da aber auch gehobener weggehen mit Anzug und schicken Kleid – was ich natürlich unterlassen habe, denn wenn man mal die Möglichkeit hat völlig vergammelt in eine Bar zu gehen, dann sollte man das auch tun! Anyway – the place to be for a good view over the city with a beautiful sunset. Go to „Captain Cook“!
Die Gegend um Anchorage ist riesig! Unmengen an Wandermöglichkeiten mit hunderten von wunderschönen Aussichtspunkten. Problem an der ganzen Sache ist, dass man für alles ein Auto braucht. Der „people mover“ – auch unter Bus bei uns bekannt – fährt 2 mal jede Stunde und braucht ewig und das Netzwerk ist noch schlecht ausgebaut als das in Heidelberg. Mit dem Fahrrad brauch man Stunden von einer Seite der Stadt zur anderen. Die Leute haben sich hier gedacht – hey wir haben so viel Platz wir machen die Straßen 6spurig mit Einbahnstraßensystem und lassen ganz viel Platz für ganz viele Autos da wir ja hier oben so viel Öl haben! Gut das das Öl erst in die „lower 48“ transportiert werden muss, damit es danach schön teuer in Alaska von der Säule gezapft werden kann.
Natürlich war auch etwas Kultur angesagt, wir waren im Heritage Museum und haben uns die Geschichte der "Natives" angeschaut! Wirklich super interessant wie die Waffen hergestellt haben und gejagt haben, um Ihre Kleidung zu machen und den Winter zu überleben. Da ich ja bekanntlich Schokolade über alles Liebe sind wir noch in die "Wild Berry Factory" mit der größten Schokoladenbrunnen in Alaska und einer riesigen Theke mit leckerster Schokolade in allen Variationen und Geschmacksrichtungen und das Beste ist man kann ganz viel Schokolade umsonst probieren! :D War wirklich ein überragendes Mittagessen an dem Tag!

Seward ist ein nettes kleines Örtchen für Touristen, welches wirklich nur schön ist, wenn das Wetter mitspielt. Definitiv ein Trip wert, wer ein Kajaktrip, Fischen oder $150 für ein Bootstour zahlen möchte. Denkt daran mindestens einen Monat im voraus zu reservieren, wenn Ihr während der Hauptsaison kommt, sonst seid ihr umsonst 3h den langweiligen Highway runtergefahren. Mehr hab ich von Seward nicht gesehen, da wir hier nun den Kajaktrip gemacht haben über den ich ja schon geschrieben habe!
Dann hab ich noch einige Zeit in Fairbanks verbracht. Mir wurde vor meiner Ankunft davon abgeraten in dieses langweilige kleine Kaff zu fahren, in dem nichts ist außer ein Fluss und „Dry Cabins“. Ich muss sagen, dass ich da eine Menge Spaß hatte, was aber auch daran lag, dass ich eine überragende Unterkunft hatte in einem Haus direkt am Fluss und eigenem Bootssteg. Die 3 Jungs (Garrett, Colin & Austin) sind großartig gewesen und haben mit mir jeden Tag was unternommen, wenn sie zurück von Arbeit waren. Das wohl Beste war, direkt mim Bier in der Hand ins Kanu zu steigen und den Fluss entlang bis zur Bar treiben, um dort weiterzutrinken. Dann waren wir noch auf einem Baseballspiel (welchen unendlich langweilig war – aber das was auch mehr nebensächlich), ständig Freunde vorbeigekommen sind und wir viel zusammen gekocht und ausgegangen sind. Es sind eben doch oft die kleinen Dinge die eine Stadt interessant machen. Da die Jungs einen regen Fahrrad Überschuss hatten, konnte ich tagsüber immer mit dem Rad in der Stadt umher fahren und mich mit Oren treffen, um weitere Reiseplanungen zu machen. Ich finde es immer wieder schön „Fremde“ zu treffen die dir versuchen in ein paar Tagen ihr eigenes Heim auch dein Heim werden zu lassen. Du zum Kühlschrank gehen kannst und keine Scheu haben musst einfach essen rauszunehmen, du das Geheimversteck für den Schlüssel gezeigt kriegst, dir wohl die ausführlichste Wegbeschreibung ever geschrieben wird, damit du auch ja den Weg findest! Einfach großartig!


Als letzte Station bin ich dann noch nach McCarthy getrampt. Diesmal ganz alleine, aber war halb so wild. Nachdem ich 1,5h im Regen gestanden habe hat mich endlich jemand bis zur nächsten Stadt mitgenommen. Eigentlich dachte ich der erste Teil er Strecke ist ziemlich leicht zum hitch-hiken, daher war ich dann etwas entmutigt für den zweiten Teil der Strecke, da die Straße nur aus Schotter besteht und kaum jemand in dieses kleine Örtchen fährt. Da ich ja bekanntlich hier sehr viel Glück habe, hat es nicht mal eine Minute gedauert bis ich jemanden gefunden habe der mich bis McCarthy mitgenommen hat.
Und wie das Schicksal manchmal so will, habe ich dann auch noch dort in der Pferdekoppel umsonst mein Zelt aufschlagen dürfen und konnte Internet nutzen und mich in der Hütte aufwärmen und habe nichts für Essen und Trinken bezahlt! :-)
Das ganze war am 4. Juli (Independence Day) und daher war da einiges los! In dem Ort gibt es genau eine Bar und jeder/jede Person aus dem Ort war da! War wirklich unglaublich lustig wie viele Leute in so eine kleine Bar reinpassen. Die Band hat den ganzen Abend Country Musik gespielt und es wurde wild getanzt! Als das Lokal geschlossen hat, sind wir an den Fluss zum Lagerfeuer wo Anwohner weiter Musik gemacht haben und ich weiß nich wie ich das beschreiben soll, aber man musste einfach nur dem "Duft" von Marihuana folgen und man wusste wo man hingehen muss. Hier wird das alles ziemlich locker gehandhabt. Selbst wenn man im Auto raucht und die Polizei einen anhält, passiert nicht, es kommt anscheinend auch vor, dass selbst die Polizisten im Dienst kiffen.
Am nächsten Tag sind wir wandern gegangen auf 2000m Höhe. Nicht unbedingt die cleverste Idee mit einem leichten Hangover, aber die Aussicht war es echt Wert!

Dann sind wir noch auf einen Gletscher gestiegen, ziemlich cooles Gefühl!

Mein persönliches Highlight war wohl, dass ich Mittwoch Abend zum ersten Mal schießen durfte! Habe von Pistolen, Handfeuerwaffen, Gewehre alles ausprobiert! Und ich muss sagen, dass ist ein RIIIIIIEEEEEESEN Spaß!

Einfach verrückt was man so erlebt, wenn man am Straßenrand steht und seinen Daumen raushält! ;-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen