Donnerstag, 25. August 2011

Back to Alaska



Nach einem kurzen Ausflug nach Seattle, Vancouver und Victoria bin ich endlich wieder zurück in diesem wundervollen Staat! Ihr fragt euch vielleicht warum ich wieder zurück gegangen bin? Nun ja, ich habe mich verlobt! HAHA äääh nein keine Angst, (noch) ist nichts dergleichen passiert! Ich bin getrampt und ein Typ hat mich mit genommen und gefragt ob ich kochen kann. Klar, sage ich da ja! ;) Dann erzählt er mir, dass er dieses Camp hat und ob ich nicht Lust hätte dort zu kochen. Nachdem ich alles mit den Flügen geklärt hatte, habe ich zugesagt. Danach war ein riesiges hin und her mit seiner Exfrau und Kind. Und es schien als ob sein Camp dieses Jahr ins Wasser fällt. Da ich aber schon meine Flüge mehr oder weniger umgebucht hatte, war ich übelst enttäuscht und angepisst. Doch dann hat er mich angerufen und gesagt, dass ich für jemanden anderen kochen könnte. Ich habe mich wie ein Schnitzelkönig gefreut und das nächste war, dass ich meinen Flug zurück nach Anchorage gebucht hab. 

Zunächst habe ich mich unendlich darauf gefreut wieder zurück zu kommen, aber als ich dann im Flieger saß und die Berge und Anchorage gesehen habe, war meine Freude etwas gedämpft, da ich mir auf einmal nicht mehr so sicher war, ob es so klug war wieder zurück zu gehen. Tja, für Zweifel war es dann definitiv zu spät und im Nachhinein auch total überflüssig. Da es Anfang August langsam kalt wird und ich mir ganz sicher nicht für 3 Wochen warme Klamotten kaufe, haben mich Jordan, Colin, John und Austin mit warmen Klamotten ausgestattet. Wie gut, dass ich die gleich Größe wie Jungs habe J Ansonsten hätte ich mir manchmal mit Sicherheit meinen kleinen Popo abgefroren oder wäre krank geworden.Nach einem heiteren & organisatorischen Wochenende in Anchorage mit Jordan, habe ich mich dann auf den Weg  in Norden gemacht. In Fairbanks habe ich dann endlich John und Ron kennengelernt die das Camp organisieren und Morgan aka Horse Dude (mit seinem Hund Snap), der für die Pferde während der ganzen Zeit verantwortlich ist. 

Morgan und ich sind dann in einem uralten VW Truck durch Fairbanks gedüst und haben alles für den 4 Tage Pferderitt vorbereitet. Wir haben Essen für 4 Tage gekauft was uns ca. 4h im riesigen Fred Meyer (Supermarkt) beschert hat. Es ist gar nicht so einfach Essen abzuschätzen für 5 Personen. Aber da wir beide – er mehr als ich – schon oft “Backpacking“ waren, wissen wir was gut ist und was nicht und wir waren sehr auf einer Welle was die Auswahl von Fleisch und Süßigkeiten angeht! :) Nachdem das erledigt war, haben wir versucht alles in die Boxen zu packen die dann aufs Pferd geladen werden. Dann haben wir die Sattel geölt, Pferde gestriegelt und da ich das letzte Mal mit 14 oder so auf einem Pferd saß, dachten wir bzw. ich, dass es wohl besser ist vorher ein bisschen zu üben und ein Gefühl zu kriegen, bevor wir uns für die kommenden 4 Tage auf den Weg machen. Morgan hat mir dann auch gezeigt wie ich ein Pferd sattel auf was ich zu achten habe, wie ich Halfter und das ganze Geschirr richtig anlege. Im Nachhinein glaube ich, dass er mir das nur bei gebracht hat, damit er weniger Arbeit hat und ich ihm helfe ;) Einen Tag bevor es los ging haben wir dann die zwei Klienten Laenie und Norma kennen gelernt die den Trip gebucht haben und uns quasi helfen die Pferde zum Camp zu bringen. 
Freitag morgens haben wir uns dann getroffen, die Pferde gesattelt, in den Trailer geladen und sind 3h nach Healy gefahren von wo aus wir gestartet sind. Meine Aufgabe ab dann war es die Leute nicht verhungern zu lassen. Was ich auch ziemlich gut gemeistert habe! Es ist nicht ganz so einfach für 5 hungrige Bäuche auf einem kleinem Campingkocher zu kochen, aber irgendwie und mit ein bisschen Kreativität beim Kochen geht alles. Wie sich dann beim ersten Abendessen herausgestellt hat, haben wir Besteck vergessen. Man vergisst ja immer was! Ich hatte Gott sei Dank einen Löffel dabei was das Kochen definitiv erleichtert hat. Die anderen haben sich aus dünnen Zweigen Stäbchen geschnitzt und damit gegessen.  An diesem Tag sind wir ca. 4h geritten bis wir den letzten grünen Fleck erreicht hatten bevor es am nächsten Tag hauptsächlich am Fluss entlang ging. Wir haben über dem Lagerfeuer Lachsgegrillt mit Reis und Zucchini. Abschließen gab es dann Smores, um den Magen zu 
schließen.
Am nächsten Tag haben wir dann 9h unsere Hintern auf den Pferden platt gesessen! Mein Rücken hat mich am Tag danach fast umgebracht. Eigentlich sollten mir mehr die Beine weh tun, aber anscheinend sind die immer noch genug trainiert. J Nachdem wir Meilen am Fluss entlang sind und nur auf steinigen Untergrund entlang geritten sind, haben wir endlich wieder die wundervolle Tundra vor uns gesehen. Kurz bevor wir den Pass, den wir überqueren mussten, erreicht haben, haben wir einen Lunchstopp gemacht. Und zwar an einem alten Bus genau wie im Film „Into the wild“. Der Bus war von Denali National Park und hat auch schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel und genauso sieht er auch aus. Also ich würde da nicht drin wohnen wollen. Der Bus im Film dagegen ist purer Luxus!
Aber für ein paar coole Bilder war es definitiv einen Stopp wert. Der Weg über den Pass war ziemlich anstrengend, da es die meiste Zeit steinig war und bergauf ging und das weder für die Pferde noch für uns angenehm war. Man muss ständig auf seine Körperhaltung achten und es dem Pferd so einfach wie möglich machen. Ich möchte ja schließlich nicht abgeworfen werden. Dem Ende des Pass etwas näher konnten wir überall Baumwollgräser sehen die im Wind geweht haben. Ich kann gar nicht beschreiben wie wunderschön das aussieht mit all dem grün, braun und orange-rot rundherum. Ist man dann endlich oben angekommen sieht man langsam die verschneiten Bergspitzen aufsteigen und kann die Weite des Tals erkennen und genießen und dabei sitzt man noch auf einem Pferd. Das ist wohl einer der wundervollsten Momente bisher gewesen und ich hab nur gedacht: ich hab so ein verdammtes Glück, dass ich dieses Erlebnis haben darf, teilen kann und nicht mal was dafür zahlen muss!
Nachdem wir uns an der Weite satt gesehen haben, sind wir abgestiegen und den Pass zu Fuß runter gelaufen, um den Pferden eine Pause zu gönnen. Danach war es nicht mehr allzu lang bis zu Cody’s Cabin. Mitten im Wäldchen steht eine Hütte und dort haben wir unsere Zelte aufgeschlagen. Diese Hütte hatte nur eine Tür, keine Fenster und war mit ziemlich rustikalen Doppelstockbetten ausgestattet, wenn man es so beschreiben kann. Teller und Besteck waren auch vorhanden und da wir ja kein Besteck mit hatten, haben wir uns dort ein paar Löffel zusammen gesucht und haben die vorsichtshalber mal im kochenden Wasser „desinfiziert“. Nachdem wir dann am Morgen bei strahlend blauen Himmel aufgewacht sind, haben wir ganz gemütlich gefrühstückt. Dann ist plötzlich die Temperatur gefallen, es hat angefangen zu regnen und dann zu schneien. Ganz toll! Nach 1h war alles vorbei und so lange waren wir in der Hütte und haben Mau Mau gespielt.
Dann sind wir – Gott sei Dank – nur 2h bis zur verlassenen Wilderness Lodge geritten. Diese Lodge ist einfach unglaublich riesig. Ich habe mindestens 2h damit verbracht umher zu laufen und alles anzuschauen. Auf irgendeine Art und Weise ist es angsteinflößend da alles so verlassen ist wie in einer Geisterstadt.

Aber dann auch ziemlich aufregend, da man denkt, dass man jede Sekunde jemanden über den Weg laufen könnte bzw. das jemand einfach irgendwo hervor gesprungen kommt und einen um die Ecke bringt ;) Alles wirkt als wäre es übereilt verlassen worden. Als wir dann im Haupthaus waren mit der riesigen Küche und dem Aufenthaltsraum in dem diese alten braunen Sofas und Sessel stehen, Tierköpfe an den Wänden hängen, leere Whiskey Flaschen um die Bar herum liegen, Bücher offen auf dem Tisch und Boden liegen und schließlich nur ein bisschen Tageslicht in dem Raum fällt, fühlt man sich als ob man gerade schlecht träumt oder im Film ist. Die ganze Lodge wirkt einfach nur surreal. Ich glaube wenn man dort ein bisschen (viel) Arbeit reinsteckt und gut Werbung dafür macht, hat man ausgesorgt. So machen das die Menschen hier in Alaska, sich 5 Monate den Arsch abarbeiten und dann den Rest das Jahres chillen und rumreisen. Es ist definitiv eine Überlegung wert! Nachdem wir gegen Mitternacht am Lagerfeuer halb erfroren sind und auf den Zelten schon eine dünne Eisschicht war, haben wir (Morgan, Laenie und ich) beschlossen in eine der Hütten zu gehen und dort zu pennen. Da wir vorher alles ausgiebig ausgekundschaftet hatten, haben wir uns für die Honeymoon Hütte entschieden. Da das Bett einfach riesig war, haben wir alle drei wunderbar reingepasst.
Am letzen Tag war es dann gar nicht mehr so weit bis zum Ziel. Fünf Stunden auf dem Pferd sind wie im Flug vergangen, vor allem wenn es der letzte Tag ist! Wir sind ziemlich viel durchs Gestrüpp und über kleine Flüsschen. Zweimal ist mein liebes Pferd ohne Vorwarnung über den Fluss gesprungen. Ich sah mit ziemlich Sicherheit ultra behindert in dem Moment aus, da ich so überrascht war. Das Gefühl ist einfach so lustig, man lehnt sich nach hinten da man denkt, das Pferd geht abwärts, aber nein es setzt an zum Sprung und wenn man in dem Moment in der Rücklage ist, wird man völlig durchgeschüttelt. Da Blaze (mein Pferd) danach sein Vordermann Sunny nicht mehr gesehen hat, ist er mir nichts dir nichts einfach losgetrottet und einfach der Nase lang durchs Gebüsch und ich habe eine volle Ladung Tannenzweige durchs Gesicht gezogen bekommen. Meine Wangen waren leicht gerötet für den Rest des Tages, aber ich muss ja hier draußen niemanden beeindrucken. 

Von Weitem konnten wir dann schon das weiße Dach erkennen und wir waren alle etwas traurig, dass es dann doch schon vorbei ist, da wir wirklich so viel Spaß hatten gerade mit den Pferden die ständig zu unserer Unterhaltung beigetragen haben. Es ist einfach zu witzig wenn die pinkeln oder wenn die Nase des einen im Hintern des anderen steckt und der vordere einfach übelst einen fahren lässt! Ich bin so glücklich darüber, dass ich wieder ein bisschen mehr von Alaska gesehen hab und egal wo ich bin die Landschaft bringt mich einfach immer wieder zum Staunen und dann das Ganze noch auf einem Pferd und mit so wunderbaren Menschen genießen zu können, ist einfach unbezahlbar.
Also das ist die Homepage von dem Pferdetrip:


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