Die Amis! Verrücktes Volk! Wollten die mich doch tatsächlich nicht wieder einreisen lassen, da sie nicht geglaubt haben, dass ich ein around-the-world-ticket habe und daher noch nicht weiß wann genau ich wieder nach Hause fliege! Außerdem hatte ich meine Reservierung für meinen Flug nach Neuseeland nicht auf Papier – woher soll man das auch wissen! Dann wollten sie meinen E-Mail Account haben, da ich es nur dort abgespeichert hatte =) Doof nur das in meinem Passwort Umlaute sind und die Amis das ja nicht auf Ihrer Tastatur haben. Dann wollten Sie meine Resieagentur anrufen, ging leider auch nicht, da es in Deutschland 23Uhr war! Der nächste Plan war Toni anzurufen, aber die hat kein Handy in den USA! Es war einfach herrlich! Dann wollten Sie mich davon überzeugen, dass ich in den USA arbeiten will ohne Work-Visa und aus meinen Geldbeutel haben sie auch jede Rechnung und Karte haargenau angeschaut! Traumhaft! Nach einer Stunde haben sie mir endlich einen Stempel in meinen Pass gemacht und ich konnte meine kleine Schwester nach 4 Monaten wieder in die Arme schließen! Wir habens dann nochmal in Seattle mit meinem wirklich coolen Couchsurfern ordentlich krachen lassen! Mit deren Hilfe haben wir dann auch recht günstig ein Auto gemietet und haben uns dann am Montag (12.9.) auf den Weg nach Olympia gemacht. Also die Hauptstadt von jedem Staat ist wirklich nichts besonderes. Olympia ist ein nettes kleines Örtchen, mir leckeren Cupcakes, sehr hilfsbereiten Menschen, dass gemütlich meinem einem Spaziergang an einem Tag erkundet werden kann. Und dabei ist noch ein Nickerchen am Hafen drin. In Olympia beginnt der berühmte Highway 101 der einmal an Washingtons Küste und dann Oregon reinführt. Wir haben dann im Norden im Port Townsend eine Nacht gecampt! Unterwegs haben wir gehalten und sind ein bisschen wandern gegangen (Lena Lake), da die ganze Zeit im Auto hocken ja doch langweilig wird! Die Stadt ist super schnuckelig, viele kleine, liebevoll eingerichtete Läden. Durch Downtown kann man gemütlich in 20min schlendern und ein wunderbar hausgemachtes Eis genießen. Im Norden von Washington befindet sich der Olympic National Rain Forest. Wir haben einen der größten Spruce Tree gesehen (einen lebenden und einen toten) und sind dort wandern gegangen, was sich mehr als ein Spaziergang mit vielen Rentern rausgestellt hat. Bevor wir am nächsten Tag ENDLICH Forks erreicht haben sind wir noch am Crescent Lake vorbeigekommen und haben ein Foto gemacht. Dann war es endlich soweit und wir haben Forks passiert – Handlungsort von „Twightlight“ gefahren! Einfach unvorstellbar wie touristisch so ein kleines Örtchen wegen einer Triologie werden kann! Den Spaß haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen und sind in ein paar Geschäfte wo es alle möglichen Fan- & Dekoartikel zu kaufen gibt! Wir haben dann auch eine Karte bekommen mit deren Hilfe man alle Häuser und Orte in und rund um Forks abfahren kann. Wir haben dann genau 3 Sachen angeschaut, weil es uns dann wirklich zu doof wurde und wir auch noch ein ganzes Stückchen fahren musste. Auf dem Weg in den Süden sind wir in den Olympic National Forest und haben einen kleinen Spaziergang zwischen großen Kiefern gemacht, welche wirklich einfach riesig sind. Während man an der Küste entlang fährt, passiert man wunderschöne Strände. Wir haben dann zufällig an einem Halt gemacht wo eine riesen Nebelfront war. Hier hätte definitiv ein Teil von Fluch der Karibik gedreht werden können so düster und mysteriös war das! Die Straßen dort sind super zum fahren, sehr beeindruckend mit den riesigen Bäumen auf der einen Seite und dem Meer auf der anderen Seite und dabei sieht man noch den Sonnenuntergang! Das ist schon schön! Wir haben dann im mehr oder weniger stockfinstern unseren Campingplatz gefunden der leider nicht zum letzten Mal am Arsch der Welt sein sollte! -.- Am nächsten Tag sind wir nach Astoria (Oregon) gefahren. Dafür haben wir eine der längsten Brücken überquert. Hat ungefähr 5min gedauert. Da wir dann dort doch keinen Couchsurfer hatten, haben wir nach einer kleinen Sightseeingtour (Pier mit hunderten von Seelöwen, Aussichtsturm, alte Straßenbahn) durch Astoria – deren Partnerstadt Walldorf ist – spontan beschlossen soweit es geht zum Mount St. Helen Vulcanic National Park zu fahren, um Morgen dort so viel wie möglich zu sehen. Das hieß also auf zurück nach Washington! Es macht schon unheimlich viel Spaß zwischen den Staaten hin und her zu fahren.
Um dem Vulkan (der 1980 das letzte Mal ausgebrochen ist) so nah wie möglich zu kommen, muss man Meilen und Meilen Serpentinen bergauf zurücklegen. Ich habe noch nie einen Vulkan so nah gesehen! Wir sind dann auf die „windy ridge“ hochgelaufen, um einen besseren Blick auf den Vulkan und den Salt Lake zu bekommen. Dafür musste man ein kleines Workout mit gut 150 Stufen auf sich nehmen. Und wie so oft hat es sich wirklich gelohnt. Wir wollten dann noch einen anderen Wanderpfad machen, haben aber die Schilder falsch gelesen und sind daher den 5h Trail statt den 1,5h Trail gelaufen -.- Unterwegs habe ich noch einen Busch mit gelben Himbeeren/Brombeeren entdeckt und konnte einfach nicht wiederstehen. War eigentlich ganz lecker. Danach haben wir uns auf nach Portland gemacht. Da uns dieser Ort von so vielen Leuten empfohlen wurde, würde ich doch immer noch ganz gerne wissen was den die Leute nun da hält. Letztendlich hat mich bzw uns jetzt nicht wirklich viel vom Hocker gehauen. Die Stadt hat das Motto „Keep Portland weird“ und dafür muss man jetzt wirklich nicht viel tun. Weder das Wetter, die Stadt, noch die Menschen haben mich wirklich vom Hocker gehauen. Wir waren auf dem „Saturday Market“ der wirklich ziemlich schön war. Durch die viele Touristen sind die seltsamen Einwohner etwas untergegangen, aber man hat schon einen ersten Eindruck bekommen. Der Knaller kam dann abends als wir in einem nennen wir es mal „HipHopClub“ waren. Da ist so ziemlich alles rumgelaufen vom Gangsta-Möchtegern-HipHoper zum Mittelalter-Mensch-mit-Federhut und vom Hippie/Burner zur billig Nutte. Ich kann euch gar nicht beschreiben wie viel Spaß wir dabei hatten die Leute zu beobachten! Einfach herrlich! Was noch wirklich sehr genial in Portland ist, ist der Buchladen. Hier kann man wirklich einen ganzen Tag verbringen ohne auf die Uhr zu gucken oder sich zu langweilen. Ein Muss ist auch Voodoo’s Donuts! Die Schlange kann zwar bis zu 30m oder so lang werden, aber die Wartezeit lohnt sich allemal. Ansonsten muss ich sagen, ist die Stadt für meinen Geschmack nichts. Am nächsten Abend waren wir in einer der Bar die das komplette Gegenteil vom vorigen Abend war. Wir kamen uns fast schon fehl am Platz vor – aber die Aussicht vom 15.Stock über Portland bei Nacht ist wirklich schön – wie in vielen andern Städten auch ;) Ansonsten gibt’s jetzt nicht unbedingt viel dort zu sehen. Elvis 24h Chapel ist direkt an der Straße, die Hawthorne Road ist voll mit Cafés und etwas außerhalb ist der „Rose Garden“.
Montags sind wir dann dem furchtbaren Wetter entflohen und kaum waren wir aus Portland draußen hatten wir auch endlich wieder Sonne. Wir haben dann an den zufälligsten Stränden und Örtchen entlang der Küste Halt gemacht, gechillt und erst mal wieder Sonne getankt. Spontan haben wir uns dann dazu entschieden noch bis zum Diamond Lake ganz im Süden von Oregon zu fahren. Damit wir am nächsten Tag viel Zeit im Crater National Park sehen können. Der ganze Tag war von Sonnenschein durchzogen und auch als wir im halbdunkeln das Zelt auf gebaut haben, war es noch nicht kalt. Aber dann mitten in der Nacht ist es wahnsinnig schnell abgekühlt und wir haben uns halba den Arsch angefroren im Zelt. Wie wir dann im Nachhinein rausgefunden waren, waren wir auf 5000Füßen was den Temperatursturz dann auch erklärt. Naja, am nächsten Morgen haben wir uns dann erstmal ein Frühstücksplatz in der Sonne gesucht, um wieder aufzutauen. Dann sind wir zum Crater Lake gefahren, welcher einfach überragend schön ist! Kurze Geschichte dazu: da stand früher ein Vulkan der irgendwann vor 130 Jahren ausgebrochen ist und ein riesiges Loch zurück gelassen hat, indem sich nun wunderbar klares blaues Wasser befindet. Wir sind dann zum Mt. Scott gewandert von wo man eine phantastische Aussicht über den See und die Landschaft hat. Anschließend sind wir noch 75Stockwerke zum See gewandert, um dort von einer Klippe ins Wasser zu springen. Es hat schon etwas Mut gekostet, da es tiefer aussieht weil man den Grund sehen kann und genau sieht welche Steine dort unten im Wasser sind. Der erste Sprung war daher nicht so elegant und ich bin eher wie ein Frosch im Wasser gelandet! Anschließend ging es Richtung Kalifornien….
Für Bilder hier klicken: HWY 101 Part I
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