Mittwoch, 7. Dezember 2011

Windy Welliwood


Angekommen in Wellington hat sich zur Abwechslung mein Couchsurfer mal wieder nicht gemeldet. Aber macht ja nichts! Mittlerweile bin ich schon Profi im Übernachtungsimprovisieren. Ich hatte ja 3 Deutsche (Fynn, Morris & Jonas) unterwegs kennen gelernt und die waren glücklicherweise in Wellington und haben für Ihre Unterkunft im Hostel gearbeitet. Fynn und Jonas sind an dem Tag als ich angekommen bin leider weitergefahren, da sie endlich Arbeit gefunden haben, daher waren 2 Betten im Hostel frei, in dem ich dann (natürlich) umsonst die erste Nacht verbracht habe!
Ich habe dann mal wieder eine Not-Couchsurfer-Nachricht losgeschickt und zwei Leute haben sich gemeldet. Ein ganz lieber Kiwi hat mich für die ersten 2 Nächte aufgenommen! Und wie der Zufall es manchmal will, habe ich zufälligerweise den anderen Couchsurfer getroffen, der mich auch noch aufnehmen wollte, als ich abends in einer Bar getroffen mit Morris war. Er wollte eine Freundin aus Deutschland treffen und dieser wiederum war mit „meinem zukünftigen“ Couchsurfer Ricky aus. Wie klein die Welt doch manchmal ist.
Da ich ja niemanden außer Morris in Wellington kannte und seine Kumpels ja lieber arbeiten wollten, haben wir fast jeden Tag zusammen was unternommen. Was jetzt auf gar keinen Fall negativ war, da man nicht immer wieder mit dem gleichen Small-Talk Gebabbel anfangen muss und zur Abwechslung ist es auch mal wieder ganz nett deutsch zu reden. Wir waren im Zoo und haben endlich einen Kiwi gesehen, auf Mt. Victoria und haben die Aussicht über die Stadt genossen. Dann waren wir noch in Zealandia. Das ist eine Art Park indem Pflanzen und Tiere beschützt werden und zudem treffen sich hier die zwei Erdplatten. Also wenn es irgendwo richtig rüttelt, dann dort ;)  Wir haben auch ein bisschen was für die Kulturbildung getan und waren im Parlamentgebäude und haben eine kostenlose Rundführung mitgemacht und im Te Papa Museum. Bisher war eigentlich alles umsonst! =)
Eine kleine Anekdote: Morris hat ein außergewöhnlich großes Talent dafür seine Sachen zu verlieren. Leider hat sich dieses zum Teil auf mich in unserer gemeinsamen Zeit übertragen wie sich eines Nachmittages heraus stellen sollte. Zunächst haben wir eine neue Sonnenbrille für $3 für ihn gekauft, die einfach eine schreckliche Qualität hatte. Was will man auch bei $3 erwarten. Jedenfalls laufen wir durch die Stadt und ich beschwere mich über das viele Fast Food das ich durch ihn zu mir nehme und das das auf Dauer einfach kein Zustand ist, da ich – man glaube es oder auch nicht – wirklich ein paar Kilo zugenommen habe. Kaum ist das ausgesprochen laufen wir keine Minute später am Burger King vorbei und ich sehe im Fenster einen Aushang: Special Whopper $3! Wir sind natürlich rein und haben erstmal Mittag gegessen. Da sitzen wir nun futtern unsere Burger und ich meine nur so hey, wo ist eigentlich deine Sonnenbrille? Rucksack und alle sämtlichen Taschen werden durchsucht, aber keine Sonnenbrille. Gut gestärkt, gehen wir wieder in den 1,2,3 Dollar Laden und kaufen die gleiche Sonnenbrille nochmal. Anschließend ging es mit dem Cable Car (so ne Art Seilbahn) hoch auf den Berg zum Botanischen Garten ein bisschen die Sonnen genießen. Wir haben natürlich auch unser Rückfahrtticket gleich mitgekauft. Wir sind dann dort umher gelaufen, im Kinder Paradies gerutscht und dieses Zipline gefahren. Was ein Spaß! Anschließend sind wir den ganzen Hügel auf der anderen Seite runtergelaufen und haben uns ins Gras fallen lassen und ein Sonnenbad genossen bevor wir uns wieder den ganzen Berg zum Cable Car wieder hoch gelaufen sind. Oben angekommen hole ich schon mal unsere Rückfahrttickets aus der Tasche und gebe Morris seins, da merk ich das ich meine Kamera nicht mehr habe. Die liegt noch unten auf der Wiese. Wir rennen also den ganzen Hügel runter zu dem Platz wo wir lagen. Morris ist schon die ganze Zeit am fluchen, da er seine Kamera schon verloren hatte. Ich bin noch ganz optimistisch, dass sie niemand weggenommen hat, weil die Kiwis ja so freundliche Menschen sind und eigentlich alles abgeben. Da sehen wir nun die Wiese, aber keine kleine schwarze Kamera. Aber glücklicherweise habe ich sie mit dem Display nach oben auf den Rasen gelegt, dass man sie erst sieht, wenn man genau dort steht. Nochmal Schwein gehabt. Morris und ich freuen uns voll, dass noch alles da ist und wir nochmal den ganzen Hügel bergauf laufen müssen. Auf halben Weg merkt er, dass er sein Rückfahrtticket für die Seilbahn verloren hat. Da geht das fluchen gerade wieder von vorne los. Ich rede ihm noch gut zu, dass er es bestimmt beim runter rennen verloren hat und wir das schon auf dem Rückweg finden. Und siehe da, oben direkt vor dem Eingang liegt sein Ticket auf dem Boden! Ich glaube, ich hab selten so viel gelacht und Glück gehabt! 
Wellington ist bisher die schönste Stadt in Neuseeland. Angenehme Größe, viel zu unternehmen, gute Lage – nur der Wind ist einfach unglaublich stark! Wie gut, dass ich noch einmal ein paar Tage dort verbringen kann.


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