Mittwoch, 7. Dezember 2011

Welcome to the South Island

Am frühen Morgen ging es mit der Fähre von Wellington nach Picton. Der ganze Spaß dauert 3h und ist ziemlich langweilig. Auf dem Boot habe ich Monica aus San Francisco kennen gelernt und wir haben uns auf Anhieb einfach prächtig verstanden. Von Picton ging es dann nach Kaiteriteri. Ursprünglich wollte ich in Nelson aussteigen, aber mein Couchsurfer dort hat mir in der Nacht davor wieder abgesagt und daher bin ich dann bis in dieses kleine verschlafen Örtchen gefahren. Hier gibt es eigentlich nur Strand und Tourismus. Monica und ich sind dann am Strand umher spaziert und haben uns von der überaus anstrengenden Überfahrt. Hier gibt es wirklich nichts zu berichten, da einfach nichts passiert in diesem kleinem verschlafenem Örtchen. Am nächsten Morgen bin ich dann zum Abel Tasman National getrampt. Wie so oft hatte ich natürlich wieder keinen Plan was mich dort erwartet, aber so lang ich mein Zelt habe, passt das alles schon. Da komme ich nun also an den Eingang und mich erschlägt ein riesen Schild mit der Aufschrift, dass man Übernachtungsmöglichkeiten im Voraus buchen muss. Ja gut, das wurde dann von mir erst mal schön ignoriert. Ich bin dann dort wandern gegangen und man begegnet dort einfach unendlich vielen Tageswanderern. Ich habe dann ein Lunchbreak am Appeltree Bay gemacht und ein netter Kiwi der dort wohnt, hat mich auf ein Kaffee eingeladen und wir haben auf seiner Terrasse gesessen und die wunderschöne Aussicht genossen. Danach ging es weiter bis zur nächsten Bucht. Auch hier habe ich mich noch einmal ein bisschen entspannt bevors auf das letzte Stück gehen sollte bevor ich mir irgendwo einen Campingplatz suchen wollte, wo ich nicht bezahlen muss! Auf dem Weg habe ich David kennen gelernt, der auch alleine unterwegs war. Er hatte bereits einen Plan und hatte alles gebucht, daher habe ich mich einfach mal seiner Strecke angeschlossen. Nur das ich nicht in den offiziellen Campgrounds schlafe. Wir haben dann durch Zufall einen kleinen Campingplatz gefunden, an dem ich dann mein Zelt aufgeschlagen habe. 2 Amerikanerinnen meinten, dass hier wohl nicht kontrolliert wird, da er so klein ist und ziemlich weit weg vom Ranger! Perfekt! David ist dann bis zu seiner Hütte gelaufen, die nochmal eine halbe Stunde weiter war. Ich muss zugestehen, dass ich schon ein bisschen paranoid war und bei jedem kleinen Geräusch dachte, der Ranger kommt doch noch vorbei und will meine Reservierung sehen.

Am nächsten Morgen bin ich dann mit dem Geräusch von Regen auf meinen Zelt aufgewacht. Einfach traumhaft. Ich war extrem langsam an dem Tag und der Regen ist immer stärker geworden und ich wusste nicht so recht, was ich machen sollte, da ich David erst 2h später an seiner Hütte treffen wollte. Da stand ich dann mit meiner Regenplane und habe mir ein Dach zwischen all den Bäumen gespannt und gefrühstückt. Das Wetter hat sich dann auch gewendet und wir hatten für den restlichen Tag strahlenden Sonnenschein. Wir sind an wunderschönen Sandstränden vorbei gelaufen, das Wasser ist einfach so einladend – aber schweinekalt. Wir haben dann noch einen kleinen Umweg zu „Cleopatra’s Pool“ gemacht. Wunderschön wieder das Wasser da runter rauscht, da der Wasserfall von einem Stein blockiert wird, sieht es von der Seite wie eine Wasserrutsche aus. Wir mussten auch noch die Gezeiten beachten und konnten manche Passagen nur bei Ebbe überqueren. Das Wasser sah golden aus. Ich weiß nicht, ob das besonders gesund war, aber wir hatten kaum eine andere Wahl ;) Danach ging es dermaßen lange steil bergauf, dass ich fast schon aufgeben wollte. Aber natürlich mache ich das nicht, aber meine Waden haben so gebrannt wie schon lange nicht mehr. Die Strecke hat sich dann schon noch ganz schön hingezogen auch wenn es wunderschön war. Dann sind wir an der Hütte angekommen in der David geschlafen hat. Ich war schon wieder leicht paranoid. Die Hütte war nicht ausgebucht, nur 5 Leute. Daher bin ich erst einmal dort geblieben und habe abgewartet was passiert. Letztendlich habe ich dann dort geschlafen, da der Ranger um 22Uhr immer noch nicht da war und wir dann natürlich angenommen hatten, dass er nicht mehr kommt. Tja, leider war dem nicht so, da danach noch 3 Wanderer aufgetaucht sind, die den Ranger geholt haben. Der hat dann durchgezählt, war aber Gott sei Dank so verwirrt, dass er es erst einmal dabei belassen hat. Am nächsten Tag mussten wir alle früh raus, da man den Strand nur bis 8.30Uhr überqueren konnte. Da sitzen wir nun vor der Hütte und der Ranger fragt mich, ob ich hier letzte Nacht geschlafen hätte. Natürlich verneine ich und sage, dass ich von dem anderen Campground heute Morgen ganz früh losgelaufen bin. Danach hab ich mich auch lieber auf den Weg gemacht und David erst einmal zurück gelassen bevor der Ranger noch mehr Fragen stellt oder sogar noch meine Reservierung sehen will. Gas gehabt! Der letzte Tag war nicht ganz so hart und einfach zu laufen. Wir haben dann unsere Rucksäcke dort deponiert wo uns das Wassertaxi ein paar Stunden später abholen sollte und wir sind dann noch ein bisschen weiter an der Küste gelaufen und haben uns ein gemütliches Plätzchen am Strand gesucht und ich bin auch ins Wasser. Ich kann euch sagen, die tasmanische See ist wirklich nicht zu empfehlen! Die Rückfahrt mit dem Wassertaxi war ok, haben noch ein paar Robben gesehen. Worüber ich mich ja dann aufgeregt habe war, dass der Shuttle Bus vom Hafen bis zur Stadt voll war und 4 Leute vom Wassertaxi laufen sollten. Alle Leute außer mir und David waren nur 1-2 Tage im Park und sind nicht die ganze Zeit mit einem 12kg Rucksack gelaufen und keiner wollte sich bereit erklären zu laufen und der Idiot der das Boot gesteuert hat, hat uns dann mehr oder weniger zum Laufen verdonnert!

Danach haben wir uns erst einmal ein Bierchen gegönnt und sind dann zur Golden Bay gefahren. Wir haben dort dann in einem super süßen Hostel übernachtet. Die hatten einen extra BBQ Bereich, einen Aal (der die Reste gegessen hat) und über den Fluss der am Hostel vorbei geflossen ist, war ein riesen Netz gespannt in das man sich reinlegen konnte. Traumhaft!

Nachdem wir und richtig ausgeschlafen haben, sind wir am nächsten Morgen bis ans Ende der Golden Bay gefahren und haben uns Cape Farewell angeguckt. Ich habe noch nie so einen Strand gesehen. Ich weiß nicht, ob das auf den Bildern so rüberkommt, wie ich es wahr genommen habe. Einfach anders wunderschön. Am Nachmittag haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht und sind bis nach Westport gefahren, wo ich dann wieder in den Bus eingestiegen bin. Westport ist einfach eine Stadt wo man wirklich kaum was machen kann, außer sich von den Strapazen der vorigen Tage zu erholen.

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