Freitag, 17. Juni 2011

Kajak Trip


Für einen 4 Tage, 3 Nächte Kajak Trip braucht man einiges an Essen (vorallem, wenn man mich dabei hat ;-) ) und natürlich auch gutes Equipment, dass ich natürlich nicht habe! Daher war es mal wieder von Vorteil, dass Greg dabei war und auch seine Freundin Lisa. Beide haben schon öfter eine oder auch zwei Nächte außerhalb bei Wanderungen verbracht. Lisas Freunde haben den Trip den wir machen wollten schon gemacht und daher sind wir mit unserem Plan zu dem Kajakverleih geschlappt. Leider hat sich der Trip als nicht so einfach umsetzbar erwiesen wie wir dachten. Eigentlich war der Plan wir schlappen da am Freitag rein und können am Samstag gleich los starten. Tja, falsch gedacht. Irgendwie hatte in dem Laden kein Mensch n Plan und jeder Mitarbeiter (circa 18) hat uns was anderes erzählt was besser ist usw…. Nachdem wir das Ganze dann mal durchgerechnet haben, sind wir fast in Ohnmacht gefallen. Das Wassertaxi ist einfach mal brutal teuer (300$ pro Person). Wir  haben dann etwas Glück gehabt – wie so oft – und haben uns das Wassertaxi mit einer anderen Gruppe geteilt, haben einen Tag umsonst die Kajaks bekommen und die haben vergessen uns unseren “Splash-Water“-Kurs zu berechnen.
Der “Splash-Water“-Kurs war ein riesen Spaß!!! Wir sind noch abends um 8 aufs Wasser und haben „self-rescue“ im Kajak aufm offenem Meer geübt! Ein riesen Spaß kann ich euch sagen, müsst ihr auf jeden Fall mal machen! Ist ARSCHKALT aber eigentlich ganz witzig, wenn mans wieder ins Boot geschafft hat. Das Wasser war ungefähr 8°C “warm“. Aber man will ja sicheres Gefühl haben, bevor man 4 Tage auf sich allein gestellt ist!
Am nächsten Tag haben wir dann alles klar gemacht, unsere Sachen zusammen gepackt was wirklich nicht viel war. Schließlich  muss man ja alles ins Kajak stopfen und die ganze Zeit damit rumpaddeln. Dann sind wir noch ein bisschen wandern gegangen - Tonsina Point. Dann früh ins Bett, da unser Wassertaxi um 6:00 den Hafen verlassen hat und wir um 5:30 dort sein sollten – warum auch immer! :-/
Nachdem ich zur Vorsorge 2 “Anti-Übelkeitspillen“  für die Bootsfahrt genommen hatte, ging die Bootsfahrt auch ganz gut. Haben schon vom Boot aus Delfine, Seelöwen, Robben und einen Buckelwal gesehen. Aber ich hatte den Horizont immer im Blick, nur zur Sicherheit ;-) Dann wurden wir an unserem Drop-off-Point (Tooth Cove) rausgeschmissen. Nachdem wir die Kajaks gepackt hatten, sind wir dann auch los gepaddelt. In der ersten Bucht ist neben uns ein Buckelwal aufgetaucht und hat etwas gechillt! Das war schon ziemlich verrückt. Um uns nur Berge und überall Wasserfälle. Man hört nur plätschern und ein paar Vögel zwitschern und auf einmal machts „pff“ und eine Fontäne schießt hoch! Schon krass! Wir wurden dann von Robben beäugt und begleitet. Sau neugierig die Viecher. Kommen relativ nah ans Boot und gucken was man da so treibt. Ultra süß! Sind dann weiter in unsere Bucht gepaddelt (Abra Cove) wo wir unsere erst Nacht verbracht haben. Wir haben die Zelte natürlich so ausgerichtet, dass wir beim rauskommen den Gletscher (Aialik Gletscher) sehen konnten. Für mich hatte bzw. hat es immer noch einen total surrealen Eindruck gemacht, aber wunderschön! Man konnte schon von dort hören wie sich der Gletscher bewegt. Klingt wie Donnern oder der Start vom Flugzeug. Ist irgendwie etwas unheimlich, wenn man das über Kilometer hinweg hören kann.
Am nächsten Tag sind wir dann bis zum Gletscher gepaddelt. Der Weg hat sich als etwas schwieriger erwiesen, als am ersten Tag. Anscheinend war es die Nacht zuvor so warm das ein Haufen Eis abgebrochen und dann in der Bucht rumgeschwommen ist. Mal größere, mal kleinere Eisbrocken. Haben uns aber tapfer durchgekämpft und mit dem Kajak das Eis durchstoßen.
Dort angekommen, haben wir unser Lunch vor dem Gletscher genossen. Echt unbeschreiblich wie riesig der Gletscher ist und wie krass da Eisbrocken abbrechen und ins Wasser fallen. Da können schon mal riesige Wellen auf einen zukommen, aber wir waren ja Gott sei Dank weit genug weg.
UND DAAAANN auf dem Weg zu unserem nächsten Camping Platz (Pederson’s Point) ist auf einmal ein Orca vor uns aus dem Wasser gesprungen!!! Mir ist erstmal die Kinnlade runtergefallen. Wir haben dann gestoppt und geguckt was passiert, ob wir ihn noch einmal sehen. Und ein paar Minuten später springt er einfach nochmal vor uns hoch! Natürlich hatte keiner von uns damit gerechnet, dass er nochmal springt und daher gibt’s weder n Beweisfoto noch ein –video! Aber ihr dürfts mir ruhig glauben. Sowas gibt’s nicht nur im Film! Wir waren dann alle ganz heiß drauf und haben gehofft, dass wir an dem Tag auch noch ein paar Bären sehen (oder ähnlich überragendes), da wir in einer sehr aktiven Bärgegend gecampt haben. Aber „leider“ haben wir nichts gesehen außer Bär-Kacke :D
Am letzten vollen Tag sind wir in eine Lagune gepaddelt zum zweiten Gletscher (Pederson Gletscher). Man kann nur bei Flut zu dem Gletscher vordringen und muss vor Beginn der Ebbe wieder raus – das war für uns erfahrene Kajaker natürlich ein Kinderspiel ;-) Im Vergleich zum ersten Gletscher ganz anders. 
Da sind einfach mal autogroße Eisberge rumgeschwommen. Wir sind soweit es möglich war mit den Kajaks dazwischen rumgepaddelt. Das Ganze war schon ne Spur gefährlich, da sich die Eisberge ziemlich bewegen uns sich auch mal umdrehen können, aber uns ist nichts passiert ;-) Haben auch hier wieder Mittag gemacht und gechillt. Raus aus der Lagune sind wir dann eeeeeewig entlang der Küste gepaddelt, was ziemlich ermüdend und langweilig war, weil da wirklich nichts war – außer Berge, Bäume und Schnee - und auf Dauer verliert auch das seinen Reiz, wenn es nicht aufhört zu regnen. Zudem hatten wir kaum noch Wasser, da keine Frischwasserquelle an unserem Campingplatz war und wir deshalb fast verdurstet sind. Deswegen haben wir einen kleinen Zwischenstopp gemacht und unsere Flaschen aufgefüllt. Wir waren alle sehr erleichtert als wir endlich am letzten Campingplatz angekommen waren, da uns das ganz Paddeln der letzten Tage dann doch etwas in den Knochen gesteckt hat. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut hatten, haben wir dann auch mal die Sonne zu Gesicht bekommen und den letzten Abend mit dem wundervollen Ausblick auf den Gletscher genossen. 
Am Abend haben wir dann noch Bohnanza gespielt. Super lustig, wenn ein Kanadier und eine Australierin versuchen Brechbohne auszusprechen! :D
Am letzten Tag sind wir dann 6km quer durch die ganze Bucht zu zwei Gletscher gepaddelt. Da das ein sehr beliebter Gletscher für Touri-Boote ist und alle Menschen auf dem Boot von uns verrückten Kajakern begeistert waren, sind wir nun auf 1000 Bildern :D Irgendwie waren die Gletscher für mich immer noch total surreal! Da sind riesige Eisbrocken abgefallen – unglaublich wie die Wellen dann kommen und was das für ein Lärm ist! Völlig ausgelaugt nach weiteren 6km sind wir dann wieder an Land gekommen, haben unsere Sachen gepackt und auf unser Wassertaxi gewartet. Nach 6 Nächten hintereinander campen, haben wir uns dann mal ein Hostel gegönnt – wie schööön sowas doch sein kann ;-)

Alles in allem war es das Geld echt wert, ich denke sowas macht man doch wohl nur einmal und ich hatte verdammt viel Glück, dass ich Lisa und Greg dabei hatte und so viel in dieser Zeit von Ihnen gelernt und mitgenommen habe! Wer weiß wie lange es noch solche Orte gibt und wir haben wirklich die ganze Zeit kaum jemanden gesehen, man ist da so abgeschieden, dass man wirklich Nachts nicht aufstehen will, um aufs Örtchen zu gehen, weil man Angst hat, dass man einen Bären trifft, der grad auf Futtersuche ist.

Für mehr und größere Bilder einfach hier Kajak Trip 
klicken ;-) so langsam check ich das mit dem bloggen immer besser :D

Donnerstag, 9. Juni 2011

"Roller Coaster" Alaska Highway


Angekommen in Jasper, völlig fertig, hippelig und voller Vorfreude auf die nächsten Tage im Auto sind Greg und ich am Sonntag nach Dawson Creek gefahren. Kurze Beschreibung zu Greg, damit ihr wisst mit wem ich die nächste Zeit Alaska durchqueren werde und ihr euch nicht wundert wer da ständig mit aufm Bild ist oder wer die Bilder gemacht hat. Greg ist geborener Kanadier, hat die letzten 12 Jahre in den USA gelebt und reist für die nächste 2 Jahre um die Welt um heraus zu finden wo er leben will. Da wir die nächste Zeit quasi „twenty-four-seven“ aufeinander hängen ist es von Vorteil, wenn man sich nicht kennt, da hat man sich mehr zu erzählen und da wir jeden Tag unglaublich viele verrückte Menschen kennen lernen und die noch durchgeknalltere Leute getroffen haben, haben wir ne Menge Spaß.
Den ersten Tag sind wir nach Dawson Creek gefahren und haben fort bei einem Pärchen (Couchsurfing) geschlafen. Unglaublich die Landschaft und den Weg den wir durch die Rockys zurückgelegt haben! Es kann auch schon mal passieren, dass da plötzlich n Reh auf der Straße steht oder n Elch aus dem Wald gerannt kommt – ziemlich abgefahren, vor allem wenn jeder anhält und Bilder macht.

Ich habe dann erstmal eine warme lange Dusche genossen und währenddessen hat unser Host-Pärchen für uns gekocht. Der krönende Abschluss des Tages war, dass ich in einem „richtig“ gemütlichen Bett schlafen durfte – Greg wurde auf die Couch verbannt! :D Unglaublich wie einfach man mich - nach 3 Tagen Zugfahrt mit keiner Dusche, keiner warmen Mahlzeit und dem Schlafsack aufm Boden – glücklich machen kann! Das krasse war, dass dort die Sonne um 00:00 immer noch nicht untergegangen ist und mein Körper völlig verwirrt war und bei Sonnenaufgang um 04:00 dann leider auch schon wieder wach war. Habe trotzdem wunderbar geschlafen und wäre am liebsten noch den halben Tag im Bett liegen geblieben, weils einfach zu schön war :-)
Wir sind dann am nächsten Tag 765km bis nach Liard Hotsprings Lodge gefahren. Den zweiten Teil der Strecke bin ich gefahren, natürlich hats dann geregnet, es war meist nur up- & downhill, Küstenstrecke (ich konnte die Aussicht nicht genießen) und kurvenreich sowieso, aber wir sind sicher angekommen. Diesmal haben wie Bisons, wilde Pferde, wieder ein Elch mit Kind gesehen. Angekommen an den Hotsprings haben wir unser Zelt aufgeschlagen, gegessen und uns 2 Bierchen genehmigt und sind dann zu den Hotsprings gelaufen (ca. 45°C). Das war mein erstes Mal in den Hotsprings und ich fands einfach unglaublich schön!

Leute, wenn ihr da noch nicht wart – ich kanns euch nur wärmstens empfehlen! Was definitiv dazu beigetragen hat, dass es um 23:00 langsam angefangen hat zu dämmern und der Himmel einfach unbeschreiblich schön war und man wirklich nichts gehört hat außer das Wasser das aus der Quelle kommt, Vögel und am Ende hässlich fette Kanadierinnen die völlig betrunken dort umher getaumelt sind. Leider stinkt es ein bisschen, da das Wasser schwefelhaltig ist, aber meine Haut fühlt sich nun besser an als ein Babypopo! Ich befürchte, dass ich wohl in nächster Zeit häufiger nach Hotsprings Ausschau halten werde! Ein kleiner Nachteil an der Sache ist, dass die Moskitos, wenn man nass ist total auf einen abfahren. Leider stehen die Viecher sowieso schon total auf meinen Geruch und daher hat Greg wirklich ganz viel Glück mit mir, da ihn alle Moskitos meiden und lieber mich beißen wollen!
Am nächsten Morgen haben wir uns auf den Weg nach Whitehorse gemacht. Das wohl verrückteste auf dem Weg war der „Signpost Forest“ in Watson Lake. Armeesoldaten haben hier 1942 damit begonnen Ortsschilder von ihrem Wohnort aufzustellen. Besucher werden regelrecht dazu aufgefordert den „Forest“ zu erweitern. Mittlerweile sind es über 61.000 Ortsschilder…ihr könnt euch im Leben nicht vorstellen wie krass es da aussieht, also hier mal ein paar Impressionen. 

Habe leider Heidelberg nicht gefunden, aber dafür ein paar andere! Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich eins mitgebracht! Also denkt dran, wenn ihr mal mit dem Auto nach Alaska fahrt. Die Landschaft ist schön zum fahren und man freut sich schon, wenn man mal wieder ein kleines Örtchen nach stundenlanger Fahrt hat, indem man eventuell mal kurz E-Mails checken kann. 

Wir haben einen kurzen Stopp in Teslin gemacht bevor wir die letzten 2h bis zu unserem Campingplatz in Whitehorse gefahren sind. Dort haben wir dann gegrillt und Greg hat mir gezeigt wie man „Smores“ macht. Normalerweise macht man nur die Hälfte von dem was ich gegessen habe – laut Greg – da die so sättigend sind. Ich hätte 3 von den Dingern essen können! :D


Von Whitehorse bis zur Grenze in die USA waren es dann noch etwa 600km und ich war dann schon etwas aufgeregt, ob die Amis mich reinlassen. :-P Der Alaska Highway ist auf dem ersten Teil der Strecke einfach umwerfend! Man fährt direkt durch die Berge und umfährt riesige Seen! An einem haben wir Rast gemacht und Mittag gegessen.
Danach bin ich mal wieder gefahren und wie sollte es auch anders sein, die Straße war wie ein Rollercoaster. So viele Wellen, dass einem davon schlecht werden kann! 100te von Baustellen mit Geröll und natürlich wieder alles uneben und Schlaglöcher bis zum umfallen! Hat wirklich unglaublich viel Spaß gemacht 2,5h die Strecke bis kurz vor die Strecke zurück zu legen!!!
Wir haben uns dann spontan dazu entschieden noch für 2h weiter zufahren und die Grenze zu passieren, da das Kaff davor einfach langweilig war. Wir mussten dann an der Grenze aussteigen und erklären warum ein Kanadier und eine Deutsche zusammen nach Alaska reisen und warum! :D Natürlich haben wir uns vorher eine nette realistische Geschichte ausgedacht. Musste dann noch ein paar Unterlagen ausfüllen und habe dann endlich einen Stempel bekommen J
Um ehrlich zu sein, man könnte ja davon ausgehen, wenn man in den USA ist, wird alles ein wenig billiger – z.B. Motels. Daher dachten wir, wir gönnen uns mal ein Zimmer, da wir (wahrscheinlich mehr ich) nicht schon wieder campen wollte, da die Wettervorhersage auch brutal schlecht war. Nachdem wir 40min alle Motels und Cabins abgeklappert haben und das billigste 95$ war, sind wir doch wieder auf den Campingplatz! Campen macht so viel Spaß im Regen! Gaaaaaanz toll! Aber was solls – ich bin endlich in ALASKA! :-)
 

           

Montag, 6. Juni 2011

……….THE CANADIAN …………

Am Morgen habe ich noch einen kleinen Großeinkauf für meine 3 ½ Zugfahrt gemacht, da das Essen im Zug doch etwas zu teuer wird.
Abends bin ich zu Fuß mit meinem ganzen Gepäck zur „Union Station“ und da steht ein abnormal langer Alu-Zug. Schon krass das zwischen Sleeper-Wagon und Economy-Class während der Fahrt eigentlich keine Verbindung besteht. Jede Klasse hat einen Teil des Zuges für sich… aber selbst die Angestellten beschäftigen sich lieber mit der Economy Class, da sich in der anderen doch eher die älteren Leute aufhalten und die nicht so fantastisch sind wie die Hardcore-Traveller! ;-)
Da wir erst Abends aus Toronto los gefahren sind, gibt’s dazu nicht viel zu sagen. Habe mich etwas im Zug umgeschaut und mir überlegt wo ich schlafe, da ich nicht auf diesen Sitzen schlafen kann und will. Ihr müsst wissen – für die die nicht auf der Homepage von viarail.com waren, dass es Wagons gibt die oben verglast sind und wo man sich tagsüber schön hinchillen kann. Nachdem ich mir dort Toronto bei Nacht angeschaut habe, habe ich beschlossen mich dort mit meinem Schlafsack auf den Boden zu legen und dort zu pennen. Habe relativ gut geschlafen – so wie man eben auf dem Boden eben schläft – bis dann um 5Uhr morgens Menonnites kamen und gebetet haben… ihr könnt euch vorstellen wie begeistert ich war. Aber da ich ja schon mal wach war, habe ich mir den Sonnenaufgang angeschaut. Gott sei Dank habe ich das gemacht, denn die anderen beiden Sonnenaufgänge waren nicht sichtbar, dank der Wolkendecken die uns ab dann begleitet haben.




Das schöne ist, dass man wirklich schnell Kontakte findet im Zug, man wird ja quasi dazu gezwungen. Ich habe eine nette Französin (mein Französisch ist schon viel besser jetzt) und einen Schweizer kennen gelernt. Das hat die ganze Fahrt doch im einiges angenehmer gemacht!
Den ersten Tag sind wir durch die Provinz Ontario gefahren. Um es kurz zu beschreiben. Wir haben an diesem Tag wirklich nur Baumreihen am Rand der Gleise gesehen, Seen haben diese unterbrochen. Die Seen stehen still und spiegeln wirklich jedes Detail wieder, aber nach Stunden wird es dann doch etwas langweilig.

Am Anfang hat man auch noch ein paar Strommasten am Rand gesehen, die dann aber auch abrupt im nirgendwo verschwunden sind und somit auch der Mobilfunkkontakt. Ich glaube das wir ungefähr nach 2h mal wieder ein paar verlassen Häuser an ein paar größeren Seen gesehen haben. Ab und zu haben wir auch mal mittendrin angehalten und ein paar Jäger und Fischer eingesammelt oder raus gelassen. Was zum Teufel treiben die Menschen hier den ganzen Tag?
Der zweite Tag ging, um ehrlich zu sein, “eigentlich“ ziemlich schnell rum. Wir haben morgens in Winnipeg (Provinz Manitoba) gehalten. 4h Aufenthalt waren wirklich viel zu viel. In dieser Stadt leben 750.000 Menschen, ich glaube davon haben wir vielleicht 100 gesehen. Ja gut, es lag vielleicht daran, dass wir früh morgens dort Halt gemacht haben, aber es war wirklich NICHTS! los, weder in der Mall noch auf den Straßen. Wir haben dann mal was Warmes gegessen, was so gut tat, dass könnt ihr euch kaum vorstellen. An dem Tag war ich etwas „ride-sick“, hatte das Gefühl ich fahre immer noch, obwohl ich über 1h auf einem Stuhl am Bahnhof saß. Schon ziemlich seltsames Gefühl. Ab diesem Zeitpunkt beschäftigt man sich dann nicht mehr mit wirklich sinnvollen Dingen. Das Reden wird man auch leid und da wir an diesem Tag auch noch zwei Zeitzonen durchquert haben (Manitoba – Saskatchewan – Alberta) war der Tag auch noch 26h lang. Spaß ist was anderes!

Die letzte Nacht auf den Fußboden war ok, unglaublich an was man sich so gewöhnt. Ich bin aufgewacht, weil ich was rascheln gehört habe und ein Mitarbeiter stand breitbeinig über meinen Kopfstand und den Beutel hinter mir im Mülleimer gewechselt hat. Da war ich dann wirklich wach! :D




Dann saßen wir den restlichen Weg im Steel Wagon und haben uns mit den allen Leuten unterhalten in freudiger Erwartung auf die Rocky Mountains. Es war einfach wirklich unglaublich schön. Ich glaube nicht, dass es in den Bildern auch nur halb so überragend wirkt, aber trotzdem J Die 3 Tage im Zug haben sich wirklich gelohnt für diesen wunderbaren Augenblick.

Donnerstag, 2. Juni 2011

~ Into the wild ~

 Ihr Lieben,

heut Abend geht's los Richtung Anchorage! 
Altaaaa Schwede bin ich aufgeregt! :D

Hier mal ein paar Daten, damit ihr das auf der Landkarte verfolgen könnt! Es ist schon etwas gestört, aber gut, sowas macht man wohl nur einmal :-) Also los geht es mit dem Zug (ist alles Ortszeit ;-) )

2/6/11 22:00    Abfahrt in Toronto
3/6/11 15:00    kurzer Stop in Hornepayne
4/6/11 08:00   4h Aufenthalt in Winnipeg
5/6/11 07:00   1h Aufenthalt in Edmonton
5/6/11 13:00   Jasper

Hier steige ich um, der Rest des Zuges fährt nochmal einen Tag bis nach Vancouver. Das war mein eigentlicher Plan, aber ich dachte...neeeee ich sitz lieber noch 5 Tage im Auto bis nach Anchorage/Alaska! ;D
Am Bahnhof werde ich von Greg abgeholt - der gute Mann fährt 200km Umweg für mich! :)
Mit ihm verbringe ich dann erstmal die nächsten 2 Wochen. Wir fahren gemeinsam - ich denk mal abwechselnd - bis nach Alaska. Auf dem Weg wird meistens gecampt, ab und zu vielleicht mal auch auf ner Couch gepennt. 

Der Plan ab dann sieht folgendes vor:


June 05 & 06, June 2011    Dawson Creek, Britis Columbia, Canada 
June 06 & 07, 2011    Muncho Lake Provincial Park, British Columbia, Canada 
June 07 & 08, 2011    Rancheria, Yuko Territory, Canada
June 08 & 09, 2011    Whitehorse, YK
June 09 & 10, 2011    Tok, AKFriday,  
June 10, 2011 Anchorage, AK / Seward

So....auf geht's! Drückt mir dir Daumen, dass ich nicht von Bären, Elchen oder sonstigen Lebewesen ausgenommen werde ;-)

Quebec

Nach einer 3stündigen verrückten Autofahrt mit der kanadischen Mitfahrgelegenheit habe ich mein Wochenende in Quebec begonnen.
Da hat man mal gemerkt, dass Kanada auf Immigration gegründet wurde. Er, gebürtiger Franzose, sie in Malaysia aufgewachsen. Sie spricht nur Mandarin, er logischerweise nur Französisch. Beide haben Englisch gelernt, um sich zu verständigen – und das ist nicht gerade überragend – aber es funktioniert. Und die Tochter ist wirklich zuckersüß.
Während der Fahrt ist im strömenden Regen erst der Scheibenwischer abgeflogen und später musste das Fahrerfenster mir 1cent Stücken fixiert werden, damit es nicht dauernd von selbst öffnet. 
In Quebec wird noch mehr Französisch gesprochen. Die Stadt ist durch und durch europäisch. Die Stadt ist nicht wirklich riesig. Ein Wochenende reicht wirklich, um das wichtigste anzuschauen. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist das Chatâu – ist das meist fotografierte Schloss der Welt. Ich kann mich jetzt auch dazu zählen! 
Leider war das Wetter großer Mist – die ganze 2 ½ Tage! Wir haben zufälligerweise das „Walk-through Theatre“ miterlebt. War wirklich schön, durch die Stadt waren verschiedene Stationen aufgebaut, in denen was aufgeführt wurde. 


Am nächsten Tag sind wir Richtung Altstadt und haben das Schloss erkundet – im wahrsten Sinne des Wortes ;) Habe Shampoo und Lotion mitgehen lassen vom Wagen der Putzfrau, weil ich keins mit hab :D Ich befürchte, dass ich das wohl jetzt öfter machen werde. Es ist einfach günstiger! ;-)


Ludo (mein Host) und ich im Schloss

Aussicht vom Schloss
Ich habe dann auf Grund gewisser Personen in Deutschland ManU vs Barca in einem kanadischen Pub geguckt. NIE WIEDER! Aufgrund diverser Sprachbarriereprobleme (ich weiß dieses Wort gibt es nicht, aber ihr wisst sicherlich was ich meine) wurde ich für lesbisch gehalten und anschließend zu einem Dreier eingeladen… Wir (mein Host und seine Freunde) haben uns noch bis zu meiner Abreise darüber amüsiert! War auf jeden Fall ein riesen Spaß…
Haben dann gemütlich mit vielen Leuten daheim gegessen und meine Fresse hab ich da leckere Sachen gegessen…ich hab keine Ahnung wie das heißt, das eine war ein Gelee aus Weißwein, das andere so ne Art Pastete von der Ente. Überragend lecker!
Abends sind wir dann feiern gegangen. Die Musik war grottig (schon mal was von Übergängen zwischen 2 Liedern gehört), aber lustig war es trotzdem. Der letzte halbe Tag ist im Regen untergangen. Wir sind noch in ein kleines süßes Stadtviertel in der Altstadt gegangen, mussten uns dann aber wegen z viel Nässe in ein Café retten. Sind dann noch auf einen Markt (überdacht) haben uns durch verschiedene Weine, Cidre, Schinken, Süßigkeiten usw. probiert.

Ja gut, da würde ich nicht so gerne wohnen



Das alte Gefängnis

Bibliothek im alten Gefängnis

Die Zellen im Gefängnis





Alles in allem ist Quebec ganz nett, aber keine Stadt in der ich leben wollen würde. Zu viele steile Straßen, viel zu teures Essen, Wohnlage ist eher auch schwierig… ich bleib dabei – Toronto 1st place!